Stand: 25.01.2019 20:42 Uhr

VW bündelt Batterietechnik in Sparte "Komponente"

Das Volkswagen-Werk in Salzgitter: Statt Dieselmotoren sollen dort künftig Teile für Elektroantriebe gebaut werden und der Bau von Batteriezellen getestet werden. (Archivbild)

Der Umstieg auf Elektromobilität bedeutet für den Autobauer Volkswagen und seine Mitarbeiter immense Veränderungen. Besonders trifft es die Standorte, die für Komponenten zuständig sind. In der neuen Konzern-Sparte "Komponente" sollen sämtliche Bereiche von der Entwicklung und Produktion von Batterien bis hin zum Recycling gebündelt werden. Das kündigte Stefan Sommer, Konzernvorstand Komponente und Beschaffung, am Freitag in Salzgitter an. In Salzgitter setze man auf das Thema Zelle, in Braunschweig auf Batteriesysteme und in Hannover auf Ladeinfrastruktur, sagte Sparten-Chef Thomas Schmall zu NDR 1 Niedersachsen.

Salzgitter wechselt von Diesel zu Benziner zu Elektro

Für das Werk in Salzgitter bedeutet das zum Beispiel, dass dort statt Dieselmotoren künftig Teile für Elektroantriebe gebaut werden und in einer Pilotanlage der Bau von Batteriezellen erprobt wird. Zunächst einmal ist an dem Standort allerdings eine Übergangsphase geplant, heißt es von VW: Weil Dieselmotoren deutlich weniger gefragt sind, werden in dem Werk zunächst Benziner gebaut. Noch vor einem Jahr sind in Salzgitter 5.000 Dieselmotoren und 1.500 Benzinmotoren gebaut worden, in diesem Jahr sollen es noch 3.000 Dieselmotoren und bereits 3.500 Benzinmotoren sein.

Werksleiter sieht in Neuausrichtung Perspektive

Christian Bleiel, Werksleiter in Salzgitter, sieht in der Neuausrichtung mehr Chancen als Risiken: "Es wäre eine Reise ins Ungewisse, wenn wir uns mit diesen Themen nicht beschäftigen würden." So habe das Werk eine Perspektive und der Umstieg biete viele Möglichkeiten. "Uns Ingenieuren geht die Arbeit nicht aus und das begeistert uns dann auch wieder", sagte Bleiel weiter.

Jede zehnte Stelle soll wegfallen

Die Neuausrichtung von VW bedeutet aber auch, dass die Arbeit langfristig weniger wird. Im Durchschnitt geht VW davon aus, dass bis zum Jahr 2023 rund zehn Prozent weniger Beschäftigte im Bereich Komponente gebraucht werden. Dies beziehe sich auf die rund 30.000 Beschäftigten in den deutschen Werken, rund 1.900 Stellen seien über den "Zukunftspakt" bereits abgebaut worden, sagte Schmall am Freitag. Die übrigen Stellen sollen dem Komponenten-Chef zufolge über Altersteilzeitverträge abgebaut werden. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht geplant.

Konzern investiert 3,8 Milliarden Euro in Umbau

In den weltweit 61 betroffenen konzerneigenen Zulieferwerken arbeiten rund 80.000 Beschäftigte. VW investiert Sparten-Chef Schmall zufolge allein in diesem und im kommenden Jahr rund 870 Millionen Euro in die Fertigung von Komponenten für Elektroautos. Bis zum Jahr 2023 sind demnach Investitionen von rund 3,8 Milliarden Euro geplant.

VW-Produktion noch von Verbrennungsmotor dominiert

Derzeit macht die Produktion von Teilen für Verbrennungsmotoren noch zwei Drittel des Komponenten-Bereichs aus. Zwar will VW weiter Fahrzeuge mit klassischen Antrieben herstellen, doch der Anteil soll immer weiter abnehmen und vom Elektroauto abgelöst werden. Bis 2025, so der Konzern, werden rund 30 Prozent der gebauten Autos einen Elektroantrieb haben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 25.01.2019 | 17:00 Uhr

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