Stand: 08.10.2015 15:14 Uhr  | Archiv

VW-Skandal: Kurzarbeit für Leiharbeiter?

Wegen des Abgas-Skandals bei Volkswagen prüft die Bundesregierung die Ausweitung der Kurzarbeiterregel auf Leiharbeiter. "Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles bereitet gerade Vorschläge vor", sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (beide SPD) am Donnerstag in Wolfsburg nach einem Treffen mit dem Konzernbetriebsrat. Ziel von Politik und Konzern müsse nun die Beschäftigungssicherung sein, sagte Gabriel. Weil der Schutz durch die Kurzarbeit-Regeln bisher meist nur für die Stammbeschäftigten galt, waren Leiharbeiter in Krisen in der Regel die ersten, die ihren Job verloren haben.

Sigmar Gabriel spricht vor mehreren Mikrophonen

VW: Gabriel spricht mit Betriebsräten

NDR//Aktuell -

Aus Sorge um die Arbeitsplätze bei VW hat sich Gabriel mit den Betriebsräten getroffen. Die Arbeitnehmer sollten nicht unter dem Versagen des Managements leiden.

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Ehre der Arbeitnehmer verteidigen

Gabriel betonte, am Ende dürfe es nicht dazu kommen, "dass die Beschäftigten, die Arbeitnehmer, den Preis zahlen sollen, dafür dass es massives und strafbares Verhalten der Manager gegeben hat". Es gehe auch darum, die Ehre der Arbeitnehmer zu verteidigen. "Ich kann nur dazu raten, sehr schnell zu sein mit dem Aufklärungsprozess."

Neue Doppelspitze soll es richten

Der soll mit der Ernennung von Hans Dieter Pötsch zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden vorankommen. Am Mittwoch wurde der ehemalige VW-Finanzchef in Wolfsburg zum Nachfolger des übergangsweise amtierenden Chefkontrolleurs Berthold Huber ernannt. Bereits in der vergangenen Woche hatte das Gremium den früheren Porsche-Chef Matthias Müller zum Konzernchef berufen. Zuvor war der langjährige Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn in dem weltweiten Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Diesel-Fahrzeugen zurückgetreten. Unterdessen hat der neue VW-Chef die Volkswagen um Geduld gebeten: Bis zur Nachbesserung ihrer betroffenen Dieselfahrzeuge dauere es noch eine Weile. "Wenn alles läuft wie geplant, können wir im Januar den Rückruf starten", sagte Müller. "Bis Ende 2016 sollten dann alle Autos in Ordnung sein." Der Wolfsburger Auto-Konzern steckt wegen manipulierter Software in elf Millionen Dieselmotoren des Typs EA 189 in der schwersten Krise seiner Geschichte. Auf VW kommen Kosten in Milliardenhöhe zu - wegen Rückrufaktionen, Strafzahlungen und Schadensersatzforderungen von Kunden und Aktionären.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 06.10.2015 | 15:00 Uhr

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