Stand: 07.10.2015 09:25 Uhr  | Archiv

VW-Rückrufaktion wird sich hinziehen

Das VW Logo, zur Hälfte beschmutzt, davor ein Auspuff (Montage) © imago, fotolia Foto: Geisser, Mario Beauregard
Von Januar an sollen die von Abgas-Skandal betroffenen VW-Modelle nachgebessert werden.

Bis zur Nachbesserung ihrer vom Abgas-Skandal betroffenen Dieselfahrzeuge müssen sich Volkswagen-Kunden noch einige Zeit gedulden. "Wenn alles läuft wie geplant, können wir im Januar den Rückruf starten", sagte der neue Konzernchef Matthias Müller der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwochausgabe). "Bis Ende 2016 sollten dann alle Autos in Ordnung sein." VW müsse die jeweilige Lösung auf jedes Modell abstimmen und die notwendigen Teile bestellen. Sorgfalt gehe vor Geschwindigkeit, betonte Müller.

"Wir brauchen Tausende Lösungen"

Der Rückruf ist kompliziert, weil der Motor EA 189 in Kombination mit verschiedenen Getrieben und diversen länderspezifischen Auslegungen betroffen ist. "Wir brauchen nicht drei Lösungen, sondern Tausende", sagte Müller. Für die meisten Motoren genüge ein Update der Software in der lokalen Werkstatt. Manche Fahrzeuge aber könnten auch neue Injektoren und Katalysatoren brauchen. Müller sagte, VW habe in dieser Woche dem Kraftfahrtbundesamt technische Lösungen vorgestellt.

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Insgesamt elf Millionen Autos betroffen

Volkswagen hat zugegeben, in den vergangenen Jahren millionenfach Dieselfahrzeuge mit einem Computerprogramm ausgestattet zu haben, das die Abgaswerte manipulieren kann. In Deutschland sind 2,8 Millionen Fahrzeuge davon betroffen, weltweit sind es bis zu elf Millionen. Der Konzern hatte bereits mitgeteilt, allein fünf Millionen Autos der Kernmarke VW in die Werkstätten holen zu wollen. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Modelle aus mehreren Baujahren, etwa den Golf der sechsten Generation, den Passat der siebten Generation und die erste Generation des Tiguan. Ob ihr Fahrzeug betroffen ist, können VW-Kunden im Internet überprüfen.

Angeblich nur wenige Entwickler eingeweiht

Laut Müller sollen nach aktuellem Kenntnisstand nur wenige Entwickler in Wolfsburg an den Manipulationen beteiligt gewesen sein. Bislang seien vier Mitarbeiter beurlaubt worden, darunter drei Vorstände, die zu unterschiedlichen Zeiten Verantwortung für die Motorenentwicklung bei Volkswagen hatten, so Müller. Andere seien schon in Pension.

Aufsichtsrat berät über Pötsch

Zur Aufarbeitung des Skandals kommt am Mittwoch der VW-Aufsichtsrat zusammen. Das 20-köpfige Kontrollgremium trifft sich abgeschottet von der Öffentlichkeit auf dem Werksgelände in Wolfsburg. Auf der Agenda steht dabei auch die nicht unumstrittene Personalie Hans Dieter Pötsch. Der bisherige VW-Finanzchef soll nach dem Willen des Präsidiums Chef des Aufsichtsrates werden. Kritiker wie die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) bemängeln, dass bisher nicht zweifelsfrei nachgewiesen sei, dass Pötsch keine persönliche Verantwortung für Verfehlungen in der Affäre trage.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.10.2015 | 08:00 Uhr

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