Stand: 13.02.2017 14:40 Uhr  | Archiv

Streit um Zukunftspakt: VW-Chef Müller greift ein

Im Volkswagen-Konzern kriselt es zwischen dem Betriebsrat und der Führung der Marke VW. Vorläufig letztes Anzeichen dafür: In ihrem Streit um die Umsetzung des Zukunftspaktes bei der VW-Kernmarke haben Betriebsrat und Management ihre Verhandlungen am Montag ohne Ergebnis vertagt. Das teilte die Arbeitnehmerseite in Wolfsburg mit. Zu den genauen Gründen und einem Folgetermin gab es keine Angaben. Es bestehe aber Einvernehmen über die Dringlichkeit des Spar- und Umbauprogramms, erklärte ein Sprecher des Betriebsrats.

VIDEO: VW-Sparkurs: Müller reagiert mit offenem Brief (1 Min)

Betriebsrat hat Gespräche unterbrochen

Die Arbeitnehmervertreter werfen Markenvorstand Herbert Diess vor, sich nicht an den im November unterschriebenen Zukunftspakt zu halten. Vergangene Woche hatte Betriebsratschef Bernd Osterloh alle Gespräche zur weiteren Umsetzung des Zukunftspaktes ausgesetzt. Bis heute sollten Diess und Personalvorstand Karlheinz Blessing erklären, wie sie sich die weitere Zusammenarbeit vorstellen.

Videos
Bei einer Pressekonferenz von Volkwagen stellen unter anderem VW-Chef Matthias Müller, VW-Markenchef Herbert Diess und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil den Zukunftspakt vor. © NDR
3 Min

VW-Zukunftspakt soll spürbar verändern

VW-Markenchef Herbert Diess stellt den Zukunftspakt für Volkswagen vor. Neben erheblichem Arbeitsplatzabbau setzt Europas größter Autobauer auf Elektromobilität und Digitalisierung. 3 Min

VW-Chef kritisiert offenen Streit

Nun fordert der Betriebsrat, dass sich Konzernvorstand Matthias Müller in die Verhandlungen mit einbringt. "Wir würden es begrüßen, wenn der Konzern die Umsetzung und die Einhaltung der Vereinbarungen stärker an sich zieht." Konzernchef Müller hat sich am Montag bereits in einem offenen Brief an die Mitarbeiter gewandt. Darin heißt es wörtlich: "Das Volkswagen, das uns in diesen Tagen in den Medien begegnet, ist nicht das Unternehmen, das ich kenne und das mir am Herzen liegt." Müller kritisiert, dass Konflikte öffentlich ausgetragen würden. Gleichzeitig werde mit gezielten Fehlinformationen von außen versucht, das Bild des Konzerns zu beschädigen.

Weitere Informationen
Der Aufsichtsratsvorsitzende der Volkswagen AG Ferdinand Piech kratzt sich am Kinn. © dpa Foto: Andreas Gebert

Mangelnder Aufklärungswille? Kritik an Piëch

Der Chef des Bundestagsausschusses zum VW-Skandal, Behrens, hat Ferdinand Piëch vorgeworfen, sich vor einer Aussage zu drücken. Gezwungen werden kann der VW-Patriarch indes nicht. (08.02.2017) mehr

VW-Betriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh spricht vor Pressevertretern. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Vergießt VW-Betriebsrat Krokodilstränen?

VW muss sparen, baut Tausende Arbeitsplätze ab - zugleich kassieren Vorstände Millionen. So lautet die aktuelle Kritik von Betriebsräten, die möglicherweise aber nicht ganz ehrlich ist. (04.02.2017) mehr

Ferdinand Piech. © picture alliance / dpa Foto: Julian Stratenschulte

VW-Skandal: Piëch belastet Winterkorn mit Aussage

Im VW-Skandal hat Ferdinand Piëch vor der Staatsanwaltschaft ausgesagt. Nach "Spiegel"-Informationen belastet er mit seinen Aussagen Ex-Chef Winterkorn. Der Konzern schweigt zum Bericht. (03.02.2017) mehr

Der Auspuff eines VW-Passats ist am 25.09.2015 vor dem Volkswagenwerk in Wolfsburg zu sehen. © dpa - Bildfunk

Die VW-Abgas-Affäre: Eine Chronologie

Der Abgas-Skandal hat VW in die schwerste Krise der Firmengeschichte gestürzt. Was ist bislang geschehen? mehr

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 13.02.2017 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Die Virologin Melanie Brinkmann steht am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung HZI. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Corona: Virologin Brinkmann ist für Impfpflicht ab 50 Jahren

Die Braunschweiger Professorin begründet dies mit der deutlich erhöhten Gefahr von schweren Krankheitsverläufen. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen