Land lockert Corona-Verordnung für Bombenentschärfungen

Stand: 12.01.2021 21:23 Uhr

Das Land Niedersachsen weicht die aktuelle Corona-Verordnung im Hinblick auf Bombenentschärfungen und Evakuierungen auf. Darüber hat das Sozialministerium am Dienstag die Stadt Göttingen informiert.

Demnach gelten für die geplante Bombenentschärfung am 30. Januar vorübergehend andere Regeln. Rund 8.300 Menschen müssen dann ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Sie dürfen sich trotz der derzeitigen Kontaktbeschränkungen mit zwei Haushalten unabhängig von der Personenzahl in einer Wohnung aufhalten. Alternativ dürfen enge Familienangehörige aufgenommen werden, selbst wenn sie aus mehr als zwei Haushalten stammen. Das Abstandsgebot soll allerdings eingehalten und zudem eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden.

VIDEO: Schwierige Evakuierung: Blindgänger in Osnabrück entschärft (2 Min)

Großer Planungsaufwand bei Entschärfung in Osnabrück

Die Problematik hatte sich am Montagnachmittag in Osnabrück gezeigt. Die Evakuierung für eine spontane Entschärfung einer Weltkriegsbombe im Stadtteil Widukindland brachte die Behörden in Schwierigkeiten. Hier mussten Unterkünfte für 4.200 Menschen gefunden werden. Die Verantwortlichen richteten in zwei Schulen Zentren ein und erlaubten, dass Anwohner für den Zeitraum der Entschärfung unter Einhaltung von Abstandsregeln und mit Mund-Nasen-Schutz bei Freunden oder Familienmitgliedern unterkommen durften.

Weitere Informationen
Das Team vom Kampfmittelbeseitigungsdienst um Sprengmeister Michael Crölle (r.) posiert neben einer entschärften Fünf-Zentner-Bombe. Rund 4200 Menschen mußten im Stadtteil Widukindland aufgrund der Bombenentschärfung vorübergehend ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Wegen der besonderen Corona-Situation wurden zwei Evakuierungszentren eingerichtet. © dpa-Bildfunk Foto: Friso gentsch

Weltkriegsbombe in Osnabrück entschärft

Wegen des Blindgängers mussten etwa 4.200 Menschen im Stadtteil Widukindland zeitweise ihre Wohnhäuser verlassen. (12.01.2021) mehr

Ein Bus der Göttinger Verkehrsbetriebe mit der Anzeige "Evakuierungsfahrt" ist während einer Evakuierung nach dem Fund einer mutmaßliche Fliegerbombe unterwegs. © dpa-Bildfunk Foto: Swen Pförtner/dpa

Bombenräumung in Göttingen - wohin mit 8.000 Menschen?

Die Kontaktbeschränkungen der neuen Corona-Verordnung erschweren die Evakuierung. Wer kann, soll sich selbst helfen. (08.01.2021) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 13.01.2021 | 06:30 Uhr

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