Stand: 15.08.2016 12:25 Uhr

Göttingen: Linke überfallen rechten "Freundeskreis"

Wieder Gewalt zwischen Rechten und Linken in Göttingen: Nachdem eine NPD-Kundgebung und die Gegendemonstration am Sonnabendnachmittag friedlich verlaufen waren, ist es am Sonntagabend in der Innenstadt zu einem gewalttätigen Zusammenstoß zwischen Linksautonomen und Anhängern des rechtsextremen Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen gekommen. Wie eine Sprecherin der Göttinger Polizei NDR.de sagte, hatten Polizeibeamte von einem Streifenwagen aus beobachtet, wie gegen 18.45 Uhr sechs "Freundeskreis"-Anhänger am Groner Tor unterwegs von einer Gaststätte in die nächste waren, als die Gruppe "blitzartig" von etwa 40 bis 50 schwarz Gekleideten und teilweise Vermummten angegriffen wurde. Dabei habe es sich "ohne Frage" um Personen gehandelt, die dem linken Spektrum zuzuordnen seien, so die Polizeisprecherin.

Schläge Tritte, Pfefferspray

Die Linken hätten dann mit Pfefferspray den "Freundeskreis" attackiert und auch mit Schlägen und Tritten traktiert. In der rechten Gruppe habe sich auch der NPD-Landratskandidat Jens Wilke befunden. Als die Polizeibeamten einschritten, seien die Angreifer geflohen. Eine Person aus dem "Freundeskreis" sei durch das Pfefferspray verletzt worden. Die Gruppe erhielt von der Polizei Platzverbot. Nach der Auseinandersetzung habe die Polizei sicherheitshalber Kräfte zusammengezogen, unter anderem aus Northeim. Der weitere Abend sei aber ruhig geblieben. Die Ermittlungen laufen.

Linke Gewalt eskaliert

Seit der sogenannte Freundeskreis regelmäßig mit Kundgebungen auf sich aufmerksam macht, kommt es in Göttingen und Umgebung immer wieder zu linker Gewalt gegen die rechten Anhänger. Erst in der vergangenen Woche wurden in Adelebsen mehrere Autos mit Farbe beschmiert - einer der Wagen gehörte einer Sympathisantin des "Freundeskreises". Davor hatte es gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Linksautonomen und der Polizei am Rande einer Versammlung des Freundeskreises gegeben. Anfang August brannte in Göttingen das Auto einer Anhängerin des "Freundeskreises". In Einbeck und Hardegsen (Landkreis Northeim) wurden die Haustüren von Rechten mit Äxten eingeschlagen. Bei einer rechten "Mahnwache" in Göttingen wenige Tage zuvor gab es Verletzte. Die Polizei verzeichnet zudem einen Anstieg der Gewalt gegen Verbindungsstudenten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.08.2016 | 09:00 Uhr

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