Stand: 29.10.2018 16:06 Uhr

Braunschweig: 39-Jähriger starb durch Brustschuss

Nach dem tödlichen Polizeieinsatz am Wochenende in Braunschweig ist die Leiche des erschossenen 39-Jährigen obduziert worden: Laut Staatsanwaltschaft Braunschweig wurde der Mann durch einen Schuss aus der Waffe eines Beamten in den rechten Brustkorb getötet. Zudem sei festgestellt worden, "dass es sich bei der Waffe, die der Verstorbene in der Hand gehalten haben soll, um eine Schreckschusspistole handelt", so die Behörde. Sie sei ein optisch deckungsgleicher Nachbau einer Schusswaffe mit Kaliber 9 mm.

Vorgehen des Beamten wird geprüft

Weitere Erkenntnisse könnten erst nach Auswertung der noch laufenden Ermittlungen zur Rekonstruktion des Vorfalls mitgeteilt werden, schrieb die Staatsanwaltschaft weiter. Unklar ist noch, ob der Mann unter Einfluss von Alkohol oder Drogen stand. Bei tödlichen Schüssen im Einsatz werde grundsätzlich auch ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen den Beamten eingeleitet, sagte ein Polizeisprecher. Der betroffene Polizist könne eine psychologische Betreuung in Anspruch nehmen.

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Polizisten erschießen 39-Jährigen

Polizisten sind am Sonntagmorgen wegen einer gemeldeten Ruhestörung in Braunschweig ausgerückt. Bei dem Einsatz kam es zu einem Zwischenfall: Ein Mann wurde von der Polizei erschossen. Video (00:31 min)

39-Jähriger lief mit Waffe auf die Beamten zu

Das spätere Opfer war laut Polizei in der Nacht zu Sonntag gegen 4.50 Uhr mit einer Schusswaffe drohend aus einem Mehrfamilienhaus im westlichen Ringgebiet herausgekommen. Als er die mehrfache Aufforderung, die Waffe beiseite zu legen, missachtete und auf die Polizisten zuging, hätten die Beamten Gebrauch von der Schusswaffe gemacht. Trotz sofortiger Erster Hilfe sei der Mann noch am Tatort verstorben.

Anwohnerin hatte Polizei gerufen

Die Polizeibeamten waren von einer Anwohnerin gerufen worden, weil sich angeblich zwei Personen unberechtigterweise in einem Mehrfamilienhaus in der Gabelsbergerstraße aufgehalten und dort herumgegrölt haben sollen. Als der Streifenwagen eintraf, flüchteten zwei Personen aus dem Haus. Nach Angaben der Polizei kam der 39-Jährige unmittelbar danach mit der Waffe in der Hand aus einem Nachbarhaus heraus. Er hatte offensichtlich keinen direkten Bezug zu den beiden anderen Männern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 28.10.2018 | 12:00 Uhr

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