Stand: 06.02.2019 17:42 Uhr

Alstom und Siemens: Aus für geplante Zug-Fusion

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Siemens und Alstom arbeiten bereits zusammen - fusionieren werden sie aber nicht.

Die geplante Zug-Fusion zwischen Siemens und dem französischen Unternehmen Alstom mit Standorten in Braunschweig und Salzgitter ist vom Tisch. Die EU-Kommission untersagte den beiden Konzernen am Mittwoch, ihre Zugsparten zusammenzuschließen. Die Fusion würde den Wettbewerb etwa bei Hochgeschwindigkeitszügen einschränken, teilte die Brüsseler Behörde mit.

Alstom: "Rückschlag für Industrie in Europa"

Die Entscheidung aus Brüssel sei ein "klarer Rückschlag für die Industrie in Europa", teilte Alstom mit. Das Unternehmen kündigte nun an, sich auf seinen eigenes Wachstum zu konzentrieren und einen neuen strategischen Plan entwickeln zu wollen. Die Standort-Leitung in Salzgitter wollte sich laut NDR 1 Niedersachsen hingegen nicht zur geplatzten Fusion äußern. Aus dem Betriebsrat war lediglich zu vernehmen, dass die Entscheidung aus Brüssel die Mitarbeiter verunsichere. Die IG-Metall forderte die Konzernleitung umgehend auf, Konzepte vorzulegen, um die 2.500 Arbeitsplätze des Zugherstellers in Salzgitter mittelfristig zu sichern.

Kommentar

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Auftragslage in Braunschweig ist gut

Auch beim Signaltechnik-Hersteller Siemens Mobility in Braunschweig bedauert man, dass der Zusammenschluss nicht zustande kommt. Um den Standort müsse man keine Sorgen machen - die Arbeitsplätze der 3.500 Mitarbeiter seien für die nächsten Jahre sicher, sagte der Betriebsratsvorsitzende Ronald Owczarek. Die Auftragslage sei gut, die Bahnsparte wachse - nicht zuletzt, weil Siemens Mobility bei den nachgefragten Zukunftstechnologien weit vorn liege. Die Frage allerdings sei, wie lange noch. Denn die Konkurrenz aus China werde irgendwann aufholen, so Owczarek. Die Politik müsse sich deshalb überlegen, wie sie die deutsche und europäische Bahnindustrie zukünftig vor den Wettbewerbern von außen schützen könne.

Weiterer Fusions-Anlauf unwahrscheinlich

Siemens-Chef Joe Kaeser bedauert die Ablehnung der Fusion: "Wir nehmen die Entscheidung der Kommission zur Kenntnis, die einen Schlusspunkt hinter ein europäisches Leuchtturmprojekt setzt. Die anstehenden Europawahlen und die damit verbundene neue Führung bieten eine einmalige Chance, ein Europa der Zukunft zu bauen, das es mit einer modernen, gemeinsamen Außenwirtschaftspolitik mit den Besten in der Welt aufnehmen kann", sagte Kaeser. Einen weiteren Fusionsanlauf nach der Wahl hielten Konzernkreise aber weiter für unwahrscheinlich.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 06.02.2019 | 17:00 Uhr

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