Stand: 30.06.2020 19:12 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

400 Menschen in Friedland auf Corona getestet

Im Grenzdurchgangslager Friedland im Landkreis Göttingen gibt es einen Corona-Ausbruch: Deshalb wurden alle Bewohner und Mitarbeiter auf das Virus getestet.

Im Grenzdurchgangslager Friedland (Landkreis Göttingen) ist die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten auf 48 gestiegen. Am Dienstag sollten bis zum Abend zudem alle 400 Bewohner und Mitarbeiter getestet werden. Betroffen seien 191 Spätaussiedler, 123 Asylsuchende und 80 Bedienstete sowie Mitarbeiter von Dienstleistern, sagte die Sprecherin der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen, Hannah Hintze. Die Ergebnisse würden frühestens am Donnerstag erwartet.

Zu wenig Platz, um Infizierte und Gesunde zu trennen

Ein Problem bei der Eindämmung des Virus im Durchgangslager sind mangelnde Raumkapazitäten. Infizierte und nicht infizierte Bewohner können nicht getrennt voneinander untergebracht werden. Das hat die Landesaufnahmebehörde bestätigt. Das Grenzdurchgangslager Friedland sei nach der Ankunft von weiteren 39 Menschen am Sonntag voll ausgelastet, hieß es. Neuankömmlinge müssten sich Gemeinschaftsbad und Küche teilen, sagte eine Bewohnerin dem NDR.

Behörde fordert Unterstützung vom Bund

Die Landesaufnahmebehörde hofft für die Zukunft auf Unterstützung durch den Bund. "Wünschenswert wäre von unserer Seite, dass die Personen bei ihrer Ankunft in Deutschland vor Ort an den Flughäfen in Quarantäne genommen oder auch auf das Coronavirus getestet werden können", sagte Sprecherin Hintze NDR 1 Niedersachsen. Das wäre wichtig, damit sie sich nicht auf die Reise quer durch Deutschland begeben und dann vielleicht schon krank in Friedland ankommen.

Einigkeit mit dem Innenministerium

Das niedersächsische Innenministerium in Hannover teilt diese Einschätzung. Bestmöglicher Schutz aller müsse so früh wie möglich einsetzen, nicht erst mit der Ankunft in Friedland, sagte eine Sprecherin. Man sei dazu im direkten Dialog mit dem Bundesinnenministerium. "Wir erwarten, dass von Bundesseite schnellstmöglich notwendige Maßnahmen ergriffen werden, um mögliche Infektionen bereits an den Ankunftsflughäfen festzustellen und eine Weiterverbreitung auszuschließen", betonte sie.

Neu angekommene Familie als Erstes positiv getestet

Zuerst war das Coronavirus in der vergangenen Woche bei einer neu angekommenen Familie nachgewiesen worden. Daraufhin wurden alle Bewohner und Mitarbeiter getestet. Zunächst gab es 22 Fälle. Am Wochenende hat sich diese Zahl dann mehr als verdoppelt.

Asylbewerber kommen nach Fallingbostel

Weil die Kapazitäten im Lager erschöpft sind, werden Asylbewerber dort zurzeit nicht mehr aufgenommen, sondern an das Ankunftszentrum Bad Fallingbostel-Oerbke im Heidekreis weitergeleitet. Für Spätaussiedler ist das Grenzdurchgangslager Friedland jedoch die bundesweit einzige Anlaufstelle.


28.06.2020 14:32 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Beitrages ist uns ein Fehler unterlaufen. Es war von 49 Infektionsfällen die Rede - tatsächlich handelte es sich zu diesem Zeitpunkt lediglich um 48 Fälle.

 

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 01.07.2020 | 06:30 Uhr

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