VIDEO: Gedenken an die Opfer des Zugunglücks von Eschede (2 Min)

Zugunglück in Eschede vor 25 Jahren: Hunderte gedenken der Opfer

Stand: 03.06.2023 12:00 Uhr

Am 3. Juni 1998 starben in Eschede beim bisher schwersten Zugunglück in der Bundesrepublik 101 Menschen, weitere 105 wurden verletzt. Am Samstagvormittag versammelten sich Hunderte, um der Opfer zu gedenken.

Hinterbliebene kamen gemeinsam mit Vertretern von Politik, der Bahn und des öffentlichen Lebens am Mahnmal zusammen, das an die Opfer erinnert. Sie hielten schweigend inne - um 10.59 Uhr, dem Zeitpunkt, an dem sich vor 25 Jahren die ICE-Katastrophe ereignete. Zu den Gästen gehörte auch Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP). Er sagte, es gebe kaum Worte für das Ausmaß, die Folgen und das Leid, das Opfer, Familien, Angehörige und Freunde erlitten hätten. Sein niedersächsischer Amtskollege Olaf Lies (SPD) betonte, dass Mitmenschlichkeit vor 25 Jahren in Eschede kein bloßes Lippenbekenntnis gewesen sei. Auch Heinrich Löwen, Sprecher der Hinterbliebenen, gehörte zu den Rednern. Er bezeichnete die Katastrophe als Zeitenwende. "Seither ist unser Leben von diesem Unfall geprägt." Der heute 78-Jährige hat bei dem Unglück seine Frau und seine Tochter verloren.

Landesbischof betet für Getötete, Überlebende und Hinterbliebene

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister sprach ein Gebet für die Hinterbliebenen, die Getöteten sowie für die Überlebenden, die teils schwer verletzt waren, für die Helferinnen und Helfer und die Menschen in Eschede, die nach dem Unglück große Solidarität gezeigt hätten. "Wir stehen vor Dir mit den nie verlöschten Bildern und Gefühlen und bitten Dich um Dein Erbarmen", sagte der evangelische Bischof. Während der Gedenkstunde am Samstagvormittag fuhren Züge mit deutlich verminderter Geschwindigkeit an der Gedenkstätte vorbei. Bereits am Freitagabend hatte das Gedenken an das Zugunglück mit einem Gottesdienst begonnen. Dort sprach unter anderem der Überlebende Udo Bauch eine Fürbitte. Bauch sagte, die Katastrophe habe sein Leben verändert - und doch sei er dankbar, am Leben geblieben zu sein.

VIDEO: Zugunglück in Eschede verfolgt die Überlebenden bis heute (5 Min)

Gebrochener Radreifen löst 1998 Katastrophe aus

Der ICE 884 "Wilhelm Conrad Röntgen" war am 3. Juni 1998 von München in Richtung Hamburg unterwegs. Bei einer Geschwindigkeit von 200 Kilometer pro Stunde brach unweit von Celle an der dritten Achse des ersten Wagens ein Radreifen. Dieser verhakte vor einer Betonbrücke in Eschede an einer Weiche, der ICE entgleiste und prallte gegen die Brücke. In dem Zug befanden sich zu diesem Zeitpunkt 300 Menschen, 101 von ihnen verloren ihr Leben, 105 Reisende wurden verletzt. Das ICE-Unglück von Eschede zählt bis heute zu den weltweit schwersten Unglücken, die es mit Hochgeschwindigkeitszügen gegeben hat.

Weitere Informationen
Die Unglücksstelle der ICE-Katastrophe bei Eschede aus der Vogelperspektive © dpa Foto: Ingo Wagner

Zugunglück in Eschede: Erinnerung an die Tragödie vor 25 Jahren

Ein ICE prallt gegen eine Brücke, 101 Menschen sterben. Der NDR blickt auf das schwerste Bahnunglück der Bundesrepublik zurück. (03.06.2023) mehr

Mitarbeiter eines Räumtrupps bergen am 5. Juni 1998 das Fahrgestell eines zerstörten Waggons des Unglücks-ICE in Eschede. © dpa - Fotoreport Foto: Andreas Altwein

Wie ein Radreifen zur Katastrophe führte

Ein gebrochener Radreifen lässt den ICE "Wilhelm Conrad Röntgen" 1998 entgleisen. Die Chronologie einer Katastrophe. (03.06.2023) mehr

Der gebrochene Radreifen des Unglückszuges von Eschede neben einem 1:1-Modell eines ICE-Radreifens im Gerichtssaal in Celle © dpa - fotoreport Foto: Ingo Wagner

Das Unglücksrad von Eschede

In den 90ern will die Bahn den Komfort für Fahrgäste mit Gummi-gefederten Reifen verbessern. Das führt 1998 in die Katastrophe. (03.06.2023) mehr

Miriam Arndts, deren Mutter beim Zugunglück von Eschede am 3. Juni 1998 ums Leben kam © Paula Winkler Foto: Paula Winkler

Podcast zum ICE-Unglück 1998: Eschede - 25 Jahre danach

Der 3. Juni 1998 hat das Leben von Miriam Arndts verändert. Nach 25 Jahren spricht die heutige Journalistin in einem Podcast über die Tragödie. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 03.06.2023 | 12:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

Festivalbesucher verfolgen in Regenkleidung den Auftritt der britischen Indie-Rockband "The Reytons" beim Hurricane Festival. © picture alliance/dpa | Moritz Frankenberg Foto: picture alliance/dpa | Moritz Frankenberg

Hurricane Festival hat begonnen - heute kein Regen angesagt

Auch am Sonntag soll es trocken bleiben. Wegen Starkregens war am Freitag eine Bühne zwischenzeitlich nicht bespielbar. mehr