Das russische Verlegeschiff "Fortuna" verlässt am 14. Januar 2021 den Hafen Wismar. © Christoph Woest Foto: Christoph Woest

Weiterbau von Nord Stream 2 genehmigt

Stand: 15.01.2021 16:00 Uhr

Nord Stream 2 darf laut der zuständigen Behörde ab sofort die Ostsee-Gaspipeline in deutschen Gewässern weiterbauen. Infolge der US-Sanktionsdrohungen war eine neue Genehmigung nötig geworden.

Die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 darf nun auch im deutschen Gewässerabschnitt weitergebaut werden. Eine entsprechende Genehmigung hat das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie am Freitag erteilt.

Neue Genehmigung für verankerte Bauschiffe

Die Genehmigung betrifft einen rund 14 Kilometer langen Abschnitt in der Deutschen Außenwirtschaftszone. Die Nord Stream 2 AG darf damit bis Ende Mai in einem Vogelschutzgebiet Rohre verlegen. Die Genehmigung war unter anderem deshalb notwendig geworden, weil eine Schweizer Firma ihre Spezialschiffe nach Sanktionsdrohungen der USA Ende 2019 abgezogen hatte. Für diese Schiffe hatte auch für die Wintermonate bereits eine Genehmigung vorgelegen. Nord Stream 2 musste nach dem Ausstieg der Schweizer allerdings auf einen Schiffstyp umsteigen, der von anderen Schiffen auf Position gehalten beziehungsweise bewegt wird. Für so ein ankerpositioniertes Schiff gilt die jetzt erteilte Genehmigung. Ein solches Schiff, die russische "Fortuna", hat am Donnerstag den Wismarer Hafen verlassen und ist in Richtung Baugebiet aufgebrochen.

Genehmigung sieht Ruhepausen vor

Umweltverbände, die Deutsche Umwelthilfe und das Bundesamt für Naturschutz befürchten, dass die Verlegearbeiten die Winterrast der Vögel stören könnte. Die Deutsche Umwelthilfe hat angekündigt, gegen die Genehmigung vorzugehen und Widerspruch einzulegen. Nach ihrer Auffassung seien im Genehmigungsverfahren wichtige Umweltschutzsaspekte ausgeblendet und ignoriert worden. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie sieht nach eigenen Angaben keine erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt und weist den Vorwurf zurück. Das Baufeld sei ein vielbefahrenes Gebiet, da ohnehin wenig Bedeutung für Rastvögel hätte. Allerdings sieht die Genehmigung vor, dass die Arbeiten zwischendurch immer wieder ruhen müssen, um die Störungen so gering wie möglich zu halten.

Erweiterung der Gasleitung größtenteils fertig

Nach Angaben des russischen Energiekonzerns Gazprom als Hauptinvestor sind 94 Prozent der umstrittenen Pipeline fertiggestellt. Damit liegen mehr als 2.300 Kilometer Rohre des Doppelstrangs auf dem Meeresboden. Es fehlen noch etwa 150 Kilometer, also 75 Kilometer je Strang - davon etwa 120 Kilometer in dänischen und etwa 30 Kilometer in deutschen Gewässern.

Weitere Informationen
Das russische Verlegeschiff "Fortuna" verlässt am 14. Januar 2021 den Hafen Wismar. © Christoph Woest Foto: Christoph Woest

Umweltverbände geben Pipeline-Stiftung einen Korb

Die Umweltverbände wollen nicht als Feigenblatt für eine aus ihrer Sicht falsche Klimapolitik dienen. mehr

Das Rohr-Verlegeschiff "Fortuna" im Dezember 2020 auf dem Weg aus dem Hafen von Wismar in die Ostsee. © NDR Foto: Christoph Woest

Nord Stream 2: Polen kritisiert Pipeline-Stiftung

Polens Botschafter in Deutschland wirft Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung einseitiges Handeln vor. mehr

Im Hafen von Mukran auf Rügen lagern noch Rohre für die Ostseepipeline Nord Stream 2. © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer/

Nord Stream: Umwelthilfe will gegen Pipeline-Stiftung klagen

Die Deutsche Umwelthilfe geht juristisch gegen die landeseigene Stiftung zum Weiterbau von Nord Stream 2 vor. mehr

Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 15.01.2021 | 19:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Waren an der Müritz © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner

Seenplatte: Heute treten Lockerungen in Kraft

Seit Tagen liegt die Mecklenburgische Seenplatte unter der kritischen Inzidenz von 50. Der Einzelhandel darf wieder öffnen. mehr