Ein Mädchen beim Weihnachtssingen © NDR

Weihnachten in Corona-Zeiten: Manches anders, manches gleich

Stand: 03.12.2020 14:41 Uhr

Die Weihnachtszeit ohne Weihnachtsmärkte drückt bei vielen auf die Stimmung. Dennoch: Vom Weihnachtsbaumkauf über Weihnachtsmärchen bis hin zu Gottesdiensten - viele Traditionen bleiben auch in Corona-Zeiten erhalten.

von Ullrich-Lars Houschka, NDR 1 Radio MV

Die Weihnachtsmärkte in Mecklenburg-Vorpommern fallen in diesem Jahr wegen Corona aus. Zwar sind viele Innenstädte mit Tannen und Lichtern geschmückt, doch so richtig will da eine weihnachtliche Stimmung oft nicht aufkommen. Anderseits zeigt eine NDR Umfrage unter Schwerinerinnen und Schwerinern: Die Mehrheit würde sowieso nicht auf einen Weihnachtsmarkt gehen - aus Angst vor einer Ansteckung. Einzelne sagen zwar ja, aber dann nur unter gewissen Voraussetzungen wie etwa Maske und Abstand.

Verluste für Künstler und Schausteller

Für viele Schausteller ist die Vorweihnachtszeit die umsatzstärkste Zeit im ganzen Jahr. Sie erwirtschaften dann zwischen 30 und 40 Prozent ihres Jahresumsatzes. Jetzt hoffen Budenbesitzer und Betreiber von Fahrgeschäften auf Corona-Hilfen des Landes. Aber es ist für sie ungewohnt, gerade jetzt zu Hause zu sein und nichts zu tun zu haben. Einige suchen sich Nischen: Sie verkaufen gebrannte Mandeln, Zuckerwatte und Schokofrüchte direkt aus einer Eisdiele heraus. Auch die kleinen Kunsthandwerkermärkte fallen aus - für viele Künstler die letzte Chance im Jahr, noch etwas zu verkaufen. Einige laden nun Kunden in die Ateliers und nach Hause sein, ähnlich wie bei "Kunst offen". Vereinzelt stehen auch wieder gelbe Schirme an den Straßen.

Trotzdem: Kein Fest ohne Weihnachtsbaum

Der Weihnachtsbaum-Verkauf läuft normal: mit Maske, mit Abstand. Allerdings fällt der gemütliche Teil aus. Auf der Weihnachtsbaumplantage vom Erdbeerhof Glantz in Hohen Wieschendorf im Klützer Winkel sind zwar mit Abstand ein paar Buden zwischen den Weihnachtsbäumen versteckt, Hofprodukte und Weihnachtsdeko finden Käufer. Aber die richtige Gemütlichkeit - Lagerfeuer, Kunsthandwerk, Fleisch vom Wild, Glühwein - die gibt es dieses Jahr nicht. Ähnlich ist es bei den Forstämtern: Bäume ja. Glühwein und Bratwurst: nein.

Weihnachtsmärchen werden für Schulklassen aufgeführt

Trotz der Corona-Einschränkungen werden die traditionellen Weihnachtsmärchen an den Theatern im Land aufgeführt. Das war aber lange nicht klar. Wochenlang hatten zum Beispiel Schauspielerinnen und Schauspieler am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin aufwendig "Die unendliche Geschichte" geprobt - ohne zu wissen, ob und wann sie das Stück aufführen können. Eine aufreibende Zeit, erzählt Regisseurin Julia Keiling im Podcast: Proben unter Corona-Bedingungen und ohne Premieren-Termin. Jetzt steht fest: Am 10. Dezember wird "Die unendliche Geschichte" am Mecklenburgischen Staatstheater das erste mal gezeigt, weitere Aufführungen folgen. Ins Theater dürfen allerdings nur Schulen und Schulklassen, die sich vorab für die Aufführung angemeldet haben.

Weihnachten in den Kirchen

Gottesdienste sind erlaubt, aber Konzerte, Krippenspiele und Märkte drinnen darf es nicht geben. Einige Kirchgemeinden lassen sich deshalb etwas einfallen: zum Beispiel in Grevesmühlen und in der Kirchgemeinde Dambeck-Beidendorf mit musikalischen Gottesdiensten im Freien. Die Kirche in Grevesmühlen plant auch Online-Übertragungen und Mitschnitte der Gottesdienste, damit alle teilnehmen können, denn die Plätze in den Kirchen sind begrenzt. Die Nordkirche überträgt Gottesdienste beispielsweise auf YouTube, die Kirche in Schönberg bietet einen Außengottesdienst an Heiligabend auf dem Schönberger Marktplatz an. Schon am 20. Dezember gibt es um 17 Uhr ein offenes Singen mit Abstand vor der Kirche - jeder darf dazukommen und mitsingen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 03.12.2020 | 15:00 Uhr

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