Stand: 21.07.2018 17:14 Uhr

Vorpommernrat: Gremium arbeitet seit 100 Tagen

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Der Vorpommernrat hat sich vor 100 Tagen in Anklam konstituiert. (Archivbild)

Seit 100 Tagen gibt es den Vorpommernrat. Das zehnköpfige Gremium soll ein besonderes Augenmerk auf die Belange der Region Vorpommern legen, die im Vergleich zum Landesteil Mecklenburg in vielen Bereichen nach wie vor hinterherhinkt. Bestimmende Themen in den vergangenen 100 Tagen im Rat waren die wirtschaftliche Entwicklung, die Arbeitslosigkeit und die Digitalisierung in Vorpommern.

Landesteil mit eigenem Staatssekretär

Nicht zuletzt wegen des enormen Erfolgs der AfD im östlichen Landesteil hatte die Landesregierung vor zwei Jahren beschlossen, die Region stärker in den Blick zu nehmen. Dafür berief sie zunächst Patrick Dahlemann zum Staatssekretär für Vorpommern. Der 30-jährige Jungpolitiker ist selbst ein Kind der Region und viele sehen ihn als Hoffnungsträger in der SPD.

Mitglieder des Vorpommern-Rats

  • Prof. Dr. Dagmar Braun, Gesellschafterin der Braun-Gruppe Greifswald
  • Rolf Kammann, Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern
  • Kerstin Kassner, MdB, ehemalige Landrätin Kreis Rügen
  • Dr. Stefan Kerth, Bürgermeister der Stadt Barth
  • Dr. Michael Koch, Bürgermeister der Hansestadt Demmin
  • Dietrich Lehmann, Vizepräsident des Unternehmerverbands Vorpommern
  • Sandra Nachtweih, Bürgermeisterin der Stadt Pasewalk
  • Henriette Sehmsdorf, Leiterin des Opernale-Festivals
  • Dr. Ulrich Vetter, Geschäftsführer der Förder- und Entwicklungsgesellschaft Vorpommern-Greifswald 
  • Prof. Dr. Johanna Eleonore Weber, Rektorin der Universität Greifswald

Expertise aus vielen gesellschaftlichen Bereichen gefragt

Die Landesregierung stellte Dahlemann den Vorpommernrat zur Seite. Auf die Kompetenz der Ratsmitglieder will der Jungpolitiker nicht verzichten: "Wir brauchen die Expertise aus Wissenschaft, aus Wirtschaft, aus der Kommunalpolitik und der Kultur. Und deshalb bin ich sehr froh, dass unsere Ratsmitglieder sich so engagiert einbringen mit ihren Ideen."

Ziel: Vorpommern voranbringen

4,5 Millionen Euro Fördermittel stehen Dahlemann und dem Rat in diesem Jahr zur Verfügung. Bisher geförderte Projekte sind zum Beispiel das Theaterspektakel Vineta in Zinnowitz und das Welcome Center in Greifswald. Eines der bekannteren Ratsmitglieder ist die Rektorin der Universität Greifswald, Johanna Weber. Sie hebt das gemeinsame Ziel hervor, das alle Ratsmitglieder verbindet: "Vor allem werden die unterschiedlichen Perspektiven zusammengetragen, die aber alle ein gemeinsames Ziel haben, nämlich Vorpommern voranzubringen."

Von der Metropolregion Stettin profitieren

Neben den genannten Themen ist Dahlemann der Blick nach Osten besonders wichtig: "Die Städte Stettin und Swinemünde sind natürlich eine riesengroße Chance - gerade für den Landesteil Vorpommern. Die Metropolregion entfaltet ihre Wirkung mit dem stärkeren Wachstum in diesen beiden Städten." Denn Polen entwickelt sich - anders als Vorpommern - wirtschaftlich sehr gut. Analysten rechnen damit, dass die polnische Wirtschaft in der direkten Nachbarschaft Vorpommerns auch weiterhin stark wachsen wird.

Kritik an Projektauswahl und zu späte Förderungen

Kritik am Vorpommernrat gibt es an der Auswahl der geförderten Projekte, die nicht immer nachvollziehbar sei. Außerdem sollen bereits bewilligte Fördergelder erst zu spät oder gar nicht bei den geförderten Projekten angekommen sein. Dahlemann weist diesen Vorwurf zurück: "Der ist Quatsch. Ich kann ganz deutlich sagen, dass wir den Grundsatz, schnell und unbürokratisch zu sein, auch beim Vorpommernfonds ganz locker halten."

Weitere Informationen

Neues Gremium: Zehn für Vorpommern

Ministerpräsidentin Schwesig will mit dem Vorpommern-Rat den östlichen Landesteil stärker unterstützen. Dem Gremium gehören zehn Vertreter aus Politik und Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur an. (13.03.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 20.07.2018 | 19:30 Uhr

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