Ein Landwirt bringt Gülle als Dünger auf einem Feld aus. © dpa Foto: Philipp Schulze

Verschärfte Düngeverordnung in Kraft gesetzt

Stand: 16.12.2020 19:51 Uhr

Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung hat eine neue Düngeverordnung verabschiedet. Nach Angaben von Agrarminister Till Backhaus (SPD) wird sie für sauberes Grundwasser sorgen.

Die Bauern hatten seit langem gegen die Verordnung protestiert. Die neue Düngelandesverordnung soll mit dem neuen Jahr in Kraft treten. Sie verschärft die bisherigen Regelungen. In den sogenannten roten Gebieten dürfen Landwirte ihre Pflanzen nur noch mit 80 Prozent ihres Nährstoffbedarfs versorgen, also düngen. Diese roten Gebiete wurden neu bestimmt. Es sind Regionen, in denen das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie zu hohe Nitratwerte im Grundwasser berechnet hat. Laut Agrarministerium betrifft das 13 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche im Land. Neu ist auch, dass Winterraps und Wintergerste in diesen Gebieten im Herbst gar nicht mehr gedüngt werden dürfen. Auch die Zeiten, in denen Acker- und Grünland nicht gedüngt werden dürfen, werden verlängert.

Minister: Moderne Landwirtschaft löst Nitrat-Problem

Agrarminister Backhaus ging erneut auf die Proteste der Bauern ein. "Es wurde in den zurückliegenden Wochen sehr laut, wenn es um das Thema Düngeverordnung ging", so Backhaus. Dabei habe ein großer Teil der Landwirte längst reagiert. Auf 87 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche gebe es auch keine Probleme mit den Nitratwerten. "Aber auf 13 Prozent der Fläche haben wir zum Teil erhebliche Probleme und die müssen gelöst werden." Er sei überzeugt, dass eine moderne Landwirtschaft es schaffe, zu einer Reduktion von Nährstoffen zu kommen, um die Ressource Wasser effektiv zu schützen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 16.12.2020 | 20:00 Uhr

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