Stand: 14.08.2017 18:14 Uhr

Usedom: Bus-Grenzverkehr bleibt unterbrochen

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Auf Usedom gibt es weiter Probleme beim Grenz-Pendelverkehr. Bahnen sind davon ausgenommen. (Archivbild)

Der geplante Busverkehr zwischen den Usedomer Kaiserbädern und Swinemünde im polnischen Inselteil kommt weiterhin nicht zustande. Das Verkehrsministerium in Warschau hat seine bereits erteilte Zustimmung vorerst wieder zurückgezogen. "Die UBB hat den Antrag für die grenzüberschreitende Buslinie ohne Absprache mit Swinemünde gestellt", sagte der Swinemünder Stadtpräsident‎ ‎Janusz Żmurkiewicz dem NDR. Die polnische Stadt habe dem deutschen Unternehmen keine Genehmigung erteilt, ihre Haltestellen anzufahren. Damit sei die strittige Beförderung von vornherein nicht autorisiert gewesen.

UBB leitet rechtliche Schritte ein

Unabhängig davon verhindere eine Baustelle derzeit den Verkehr aller Linienbusse - auch der polnischen, so der Bürgermeister. Dagegen geht die Usedomer Bäderbahn (UBB) nun rechtlich vor. Zu den Aussagen des Swinemünder Bürgermeisters will die Geschäftsführung während des laufenden Verfahrens keine Stellung nehmen. Die Stadtverwaltung von Swinemünde hatte in der vergangenen Woche wegen der Baustelle die Durchfahrt auf Fahrzeuge mit einem Gewicht von bis zu 3,5 Tonnen beschränkt. Als Grund gab das Swinemünder Ordnungsamt bis zum 13. August andauernde Bauarbeiten an, auch die Kaiserbäder seien darüber informiert worden.

UBB-Busse am Grenzübertritt gehindert

Eigentlich sollte die UBB seit Monatsbeginn den grenzüberschreitenden Verkehr zwischen den Kaiserbädern und Swinemünde im Halbstunden-Takt bedienen. Doch das funktionierte nicht. Mitarbeiter der Swinemünder Ordnungsbehörde hatten die Busse der UBB immer wieder bei der Grenzüberquerung gehindert.

Unter anderem hieß es, man erkenne weder den in deutscher Sprache abgefassten Beförderungsvertrag an, noch akzeptiere man den Stopp der Busse an den Haltestellen auf polnischer Seite. Passagiere, die nach Swinemünde wollten, mussten deshalb auf die Bahnverbindung ausweichen, die von dem Streit nicht betroffen ist.

Beteiligungsvertrag Ursache des Streits?

Nach Angaben eines UBB-Sprechers ist ein Streit über die Beteiligung des kommunalen Verkehrsbetriebes Swinemünde an der grenzüberschreitenden Kaiserbäder-Linie der Grund für die Scherereien. Darüber hatten die beiden Unternehmen anderthalb Jahre ergebnislos verhandelt. Die UBB hatte bei einer europaweiten Ausschreibung den Auftrag für den Pendelverkehr zwischen den Kaiserbädern und der polnischen Nachbargemeinde gewonnen. Das Verkehrsministerium in Warschau hatte dem Vertrag zugestimmt.

Bahn statt Bus

Nach Angaben des UBB-Sprechers arbeitet die Swinemünder Stadtverwaltung auch daran, dass die in Warschau erteilte Genehmigung für die Buslinie zurückgezogen wird. Nach Angaben eines UBB-Sprechers besuchen täglich zwischen 150 und 300 Gäste aus Deutschland die Promenade und den Markt in Swinemünde. Sie werden gebeten, die Zugverbindung über die deutsch-polnische Grenze zu nutzen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.08.2017 | 19:30 Uhr

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