Udo Nagel: Herr des Rostocker Zoos geht in den Ruhestand

Stand: 20.06.2021 10:58 Uhr

29 Jahre Jahre lang hat Udo Nagel den Rostocker Zoo geleitet. 1976 war dort die Raubkatzen-Anlage seine erste Arbeitsstelle gleich nach dem Studium. Da war er 22 Jahre alt und erstmal Tierpfleger.

Jetzt geht er in den Ruhestand - mit der Klassiknacht am Freitagabend ist er verabschiedet worden. Wie es dazu kam, dass der scheidende Zoodirektor Udo Nagel sein Herz an die Tiere und den Zoo zu verlor, darüber sprach Thomas Naedler im April mit Udo Nagel in Folge 27 unseres NDR Regional-Podcasts Dorf-Stadt-Kreis. Da spielt ein Buch eine Rolle und es geht auch um einen Bauernhof. Die Stationen des späteren Direktors in "seinem Zoo" kommen zur Sprache und die Konzepte, die dem Zoo in normalen Jahren zwischen 500.000 und einer Million Besucher bescheren.

NDR Reporter Thomas Naedler und Zoo-Direktor Udo Nagel im Zoo Rostock vor dem Löwengehege. © Dagmar Amm
AUDIO: Folge 27 - Unterwegs im Rostocker Zoo mit Udo Nagel (40 Min)

"Große Sprünge mit leerem Beutel"

Als Zoo-Chef hat Udo Nagel die Geschicke des Zoo-Teams, der Tiere und der großen Anlage mitgeprägt. Das Ganze unter dem Business-Motto "Management by Känguruh" - große Sprünge mit leerem Beutel, so nennt er es. Denn er wollte den Zoo immer weiter entwickeln, immer das nächste große Ding für Tiere und Besucher wuppen: Auf sein Konto gehen etliche neue Tierwelten und Gehege. Am bekanntesten sind Attraktionen wie das Darwineum - gleichzeitig Bildungsort zur Evolution und Lebensraum für Gorillas, Orang-Utans und Co. - und das Polarium für die Eisbären mit Wissenswertem rund um das Thema Meereswelten. Nicht alles war unumstritten. Gegen den Bau des Darwineums gab es viel Protest - zu teuer und zu großer Flächenverbruach waren die Gegenargumente. Heute ist es eine der Hauptattraktionen des Zoos.

Nachfolgerin hat fünf Projekte in Planung

Nachfolgerin von Udo Nagel ist die bisherige Hauptkuratorin des Zoos, Antje Angeli. Sie hat Biologie studiert und ist seit 2006 für die Entwicklung des Tierbestandes im Zoo verantwortlich. Mit ihr und dem gesamten Zooteam gemeinsam hat Udo Nagel vor seinem Abschied Ideen für die kommenden Jahre entworfen, mit denen die Entwicklung des Rostocker Zoos bis 2040 fortgesetzt werden kann. Fünf konkrete Projekte liegen auf dem Tisch:

  • Anlagen für Amur-Tiger
  • Anlagen für Amur-Leoparden
  • Ein Schaubauernhof mit Wikingerdorf für historische nordische Haustierrassen
  • Ein Afrikaneum für Elefanten, Giraffen und Okapis
  • Ein Humboldteum, in dem, aufbauend auf den Entdeckungen des Naturforschers, Ökosysteme mit ihren komplexen Zusammenhängen betrachtet werden.

Udo Nagel wird dem Zoo verbunden bleiben. Er will sich weiter um Studierende der Rostocker Universität kümmern, für die der Rostocker Zoo eine Möglichkeit ist, ihr theoretisches Wissen zu vertiefen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Dorf Stadt Kreis – starke Geschichten aus dem Norden | 22.04.2021 | 11:40 Uhr

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