Zwei Hände mit Schutzhandschuhen halten drei Paprika über eine Gemüsekiste. © dpa Foto: Danny Gohlke

Tafeln in MV bekommen weniger Spenden von Supermärkten

Stand: 20.02.2021 13:18 Uhr

Die Tafeln in MV versorgen trotz Corona-Lockdown Tausende Bedürftige mit Lebensmitteln. Teilweise erhalten die Tafeln aber weniger Spenden als sonst.

Auch in Zeiten der Corona-Pandemie können Bedürftige bei den Tafeln in Mecklenburg-Vorpommern regelmäßig günstig Lebensmittel erhalten. Allerdings ist die Auswahlmöglichkeit geringer als früher. Als Grund vermuten die Betreiber der Tafeln nicht nur das Coronavirus. Einige Tafeln in Mecklenburg-Vorpommern verzeichnen einen Rückgang der Lebensmittelspenden von Supermärkten. "Wir haben bestimmt ein Drittel Verlust", sagte Beate Kopka, Leiterin der Rostocker Tafel. Das sei seit einem knappen halben Jahr der Fall. Auch bei der Stralsunder Tafel komme weniger an, teilte Anja Wrzesinski vom DRK Rügen-Stralsund mit. Der Trend habe sich schon vor der Corona-Pandemie abgezeichnet.

Bessere Kalkulation führt zu weniger Spenden

Gründe für die Entwicklung seien unter anderem, dass Supermärkte besser kalkulierten und dadurch weniger übrig behalten, was sie an die Tafeln abgeben könnten. Von einer effektiveren Warenwirtschaft der Märkte geht auch Walter Kienast von der Tafel Greifswald aus. Hier zeichne sich der Effekt bisher aber nur geringfügig ab. Man habe viele Kilometer zurückgelegt, um zusätzliche Lebensmittel auch von weit her zu holen, sagte Kopka aus Rostock. Dadurch stelle man ein gutes Angebot sicher. "Wenn wir nur die Lebensmittel, die wir hier aus den Supermärkten kriegen, anbieten könnten, dann würde es auch schon ein bisschen mau aussehen". Die Stralsunder Tafel kann die Einbußen nach eigenen Angaben abfedern, weil sich wegen der Corona-Pandemie die tägliche Kundenzahl ohnehin halbiert habe. Andere Tafeln im Land berichteten hingegen nicht von entsprechenden Rückgängen.

Ohne Maske gibt es nichts

Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben sich die Tafeln in Mecklenburg-Vorpommern auf die Corona-Pandemie eingestellt. Vor allem im vergangenen Frühjahr hatten einige Tafeln vorübergehend geschlossen. Zurzeit seien alle wieder geöffnet, sagte Frank Münzberger, Vorsitzender des Landesverbandes. Es sei "ganz wunderbar", dass die Mitarbeiter - etwa 50 bis 70 Prozent Ehrenamtliche - auch unter Corona-Bedingungen mitmachten. Vielerorts wurden die Ausgabe umorganisiert - für weniger Kontakte und mehr Abstand. Außerdem gilt: "Ohne Maske gibt’s gar nichts", wie Beate Kopka, Leiterin der Rostocker Tafel, erklärte.

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