Stand: 23.07.2018 08:23 Uhr

Studie: Der Klimawandel setzt dem Hering zu

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Mit dieser Vorrichtung werden an Bord des Forschungsschiffes "Clupea" Heringslarven gefangen, zeigt Christoph Zimmermann.

Der Klimawandel ist offenbar für den Rückgang beim Hering veranwortlich. Das belegen Untersuchungen des Thünen-Institutes für Ostseefischerei, die auch in diesem Jahr einen Rückgang beim Heringsnachwuchs verzeichnen.

Ostseetemperatur um 2,5 Grad angestiegen

Die Temperatur in der Ostsee hat sich in den vergangenen 30 Jahren um rund 2,5 Grad Celsius erhöht, in der Folge habe sich der Bestand der fischbaren Heringe von etwa 200.000 Tonnen auf rund 110.000 Tonnen nahezu halbiert. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Forscher des Thünen- Institutes in Kürze veröffentlichen wollen. Wie der Leiter des Institutes, Christopher Zimmermann, sagte, wäre sie weltweit der erste Nachweis für die Auswirkungen des Klimawandels auf den Küstenfischbestand.

Zimmermann: Extremwetter ließ Larven verhungern

Dazu kam in diesem Jahr auch noch der Extremwinter mit längen Frösten, der die Heringe entweder zur früh oder gar nicht laichen ließ. Laut Zimmermann verhungerten die frisch geschlüpften Larven im Greifswalder Bodden, weil deren Nahrungsgrundlage, die Kleinkrebse, selbst noch nicht geschlüpft waren. Der Greifswalder Bodden gilt als die "Kinderstube" des Herings.

Empfehlung: Fangquote um 60 Prozent senken

Die Fischer seien nicht verantwortlich für den schlechten Heringsbestand, so Zimmermann, jedoch müsse die Quote um mindestens 60 Prozent gekürzt werden. Andernfalls werde sich der Bestand nicht langfristig erholen. Im Oktober legt die EU fest, wie viel Hering gefangen werden darf. Momentan steht auch ein Fangverbot im Raum.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 23.07.2018 | 07:30 Uhr

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