Stand: 04.05.2018 14:44 Uhr

Stralsund: Alte Bücher haben wieder ein Zuhause

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Noch sind die Regale im neuen Zentraldepot leer - doch das dürfte sich bald ändern.

Sechs Jahre nach dem Schimmel-Skandal im Stralsunder Stadtarchiv hat die Stadt nun ein modernes Zentraldepot für ihre Kulturschätze. Die Nachrichtenzentrale der DDR-Volksmarine wurde in den vergangenen zwei Jahren umgebaut, nun wurde das neue Depot der Stadt übergeben. In der neuen Schatzkammer der Stadt werde die Stralsunder Historie sicher für nachfolgende Generationen bewahrt, sagte Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) zur Eröffnung.

Altes Stadtarchiv wegen Schimmelbefalls 2012 geräumt

Die Hansestadt hatte das alte Stadtarchiv, das sich im mehr als 700 Jahre alten Johanniskloster befand, im Herbst 2012 wegen Schimmelbefalls räumen lassen. Stichproben hatten ergeben, dass etliche der 125.000 dort aufbewahrten Bücher, Urkunden und Akten davon betroffen waren. Die rund 120.000 schimmeligen Bücher des Archivbestands wurden inzwischen gereinigt. Die Akten- und Urkundenreinigung ist aber noch nicht abgeschlossen.

Ein verdunkeltes Archiv.

Zentraldepot: Stralsunds neue Schatzkammer öffnet

Nordmagazin -

Gemälde, Urkunden, wertvolle Bücher: In Stralsund werden die Kulturgüter der Stadt künftig im neuen Zentraldepot untergebracht. Knapp fünf Millionen Euro hat der Bau gekostet.

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Konstante Bedingungen hinter einem Meter dicken Wänden

Das neue Depot verfügt über 9.000 laufende Regalmeter, ein Bildarchiv sowie einen Lagerraum für Großexponate. Ein Lüftungssystem soll dafür sorgen, dass die Raumtemperatur konstant 18 Grad und die relative Luftfeuchtigkeit 50 Prozent betragen. Überwachungssysteme sollen Schwankungen sofort melden. Die Betonwände sind bis zu einen Meter dick. Deshalb sei eine Klimaanlage nicht notwendig, hieß es.

Fast fünf Millionen Euro investiert

Die Kosten liegen bei knapp fünf Millionen Euro, 75 Prozent davon stammen aus Mitteln der Städtebauförderung. In dem Gebäude sollen neben den Archivalien auch die Kunstschätze untergebracht werden, die nicht in Ausstellungen gezeigt werden.

Öffnungstermin für Nutzer steht noch nicht fest

Bis Ende des Jahres soll der Großteil des Archivbestandes eingeräumt sein. Wann Nutzer wieder Zugriff auf die Bestände haben, ist noch unklar. Dies hängt laut Stadtverwaltung davon ab, wie die Arbeiten im Johanniskloster mit dem integrierten Lesesaal voranschreiten. Denn das Zentraldepot hat keinen eigenen Lesesaal.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 04.05.2018 | 14:00 Uhr

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