Social-Media-Impfkampagne des Landes in der Kritik

Stand: 07.07.2021 17:48 Uhr

An der Impfkampagne Mecklenburg-Vorpommerns in sozialen Medien gibt es deutliche Kritik. Grund ist ein Motiv, das von vielen Menschen als oberflächlich angesehen wird.

Das Foto zeigt eine junge Frau mit wehenden Haaren und breitem Lachen. Neben Herz- und Lach-Emojis steht der Spruch "Ich lass mich impfen, weil ich tanzen will." So sieht das Motiv aus, das die Staatskanzlei am Dienstag auf ihrer Facebook-Seite gepostet hat und mit dem die Impfkampagne des Landes unterstützt werden soll - und seitens der Nutzer gibt es dafür viel Kritik.

"Das geht völlig am Grundthema des Impfens vorbei"

So schreibt eine Frau in den Kommentaren, sie habe sich impfen lassen, weil sie nicht krank werden wolle und ihren Mann schützen wolle - dieser sei Hochrisikopatient. Eine andere Userin kommentiert: "Das geht völlig am Grundthema des Impfens vorbei." Andere werfen ein, die Staatskanzlei baue Druck auf und schüre Ängste - Tanzen sei auch ohne Impfung jetzt schon möglich.

140.000 Euro für Kampagne

Gestaltet wurde die Kampagne vom Landesmarketing, das der Staatskanzlei unterstellt ist - dieses hat für die Umsetzung offenbar eine Kommunikationsagentur aus Berlin beauftragt, mit der sie schon länger zusammenarbeitet. 140.000 Euro aus dem schuldenfinanzierten MV-Schutzfonds sind dafür vorgesehen, teilte die Staatskanzlei mit. Geplant sind weitere Motive - eines zeigt eine Gruppe von sechs jungen Menschen - Kernaussage: Ich lasse mich Impfen, weil ich meine Freunde treffen will.

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Staatskanzlei: Social-Media-Kommentare ergeben kein repräsentatives Bild

Die Staatskanzlei reagierte gelassen auf die Kritik bei Facebook. Bei Aktionen in den sozialen Medien müsse man immer mit kritischen Kommentaren rechnen - erst recht beim Thema Impfen, sagte ein Regierungssprecher. Man respektiere jeden Kommentar, sofern er nicht beleidigend sei - aber ein repräsentatives Meinungsbild ergebe sich aus den Kommentaren nicht. Das Motiv mit dem Tanzen sei gewählt, auch um junge Menschen zu erreichen: Ein guter Grund, sich impfen zu lassen, sei nun einmal, wieder mehr Gemeinschaft erleben zu können.

56 Prozent der Menschen in MV erstgeimpft

Das Impftempo in Mecklenburg-Vorpommern hatte sich zuletzt verlangsamt, 56 Prozent der Bevölkerung haben mittlerweile eine erste Impfung bekommen, knapp 41 Prozent sind doppelt geimpft. Probleme bei der Impfstoffmenge gibt es offenbar nicht mehr.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 07.07.2021 | 12:00 Uhr

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