Schon zwölf Geflügelpest-Fälle - Vögel in Tierpark getötet

Stand: 22.10.2021 18:16 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es erstmals in diesem Herbst Vogelgrippe-Fälle. Der Virustyp H5N1 wurde inzwischen bei zwölf Vögeln nachgewiesen. Im Tierpark Greifswald mussten viele Vögel getötet werden.

Der Tierpark in Greifswald bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Seit Donnerstag ist dort bei elf tot aufgefundenen Vögeln das Geflügelpest-Virus H5N1 bestätigt worden. Das teilte der Amtstierarzt des Landkreises Vorpommern-Greifswald, Holger Vogel, mit. Anfangs wurde das Virus bei einem Storch und einer Zwerggans des Tierparks festgestellt. Die Vögel im Tierpark sollen nun in regelmäßigen Abständen getestet werden.

Rund 60 Vögel werden getötet

Das Veterinäramt nimmt an, dass sich die Vögel in den Volieren angesteckt haben könnten. Amtstierarzt Vogel sagte NDR 1 Radio MV, dass es weitere Verdachtsfälle gebe. In dem Tierpark leben rund 360 Vögel. Von ihnen wurden rund 60 getötet - darunter Enten, Gänse, Schwäne und ein Nandu. Diese Tiere könnten Kontakt zu infizierten Vögeln gehabt und sich ebenfalls mit der Vogelgrippe angesteckt haben.

Der Tierpark Greifswald war bereits im Frühjahr 2017 von der Tierseuche betroffen. Ebenso wurde das Virus in Proben von einem auf der Insel Koos aufgefundenen Seeadler nachgewiesen.

Weitere Informationen
Diese Gänse erfrischen sich in einem Wasserbecken auf einer Wiese. © Cordula Sönnichsen Foto: Cordula Sönnichsen

Fragen und Antworten zur Geflügelpest

Wie wird das Vogelgrippevirus übertragen und wie gefährlich ist es für Tier und Mensch? mehr

Backhaus appelliert an Geflügelhalter in MV

Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) appellierte an die Geflügelhalter im Land, besonders achtsam zu sein und die Biosicherheitsmaßnahmen genau einzuhalten. Hierzu gehöre, das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt über unklare Krankheits- und Todesfälle bei Geflügel zu informieren und die Tiere schnellstmöglich auf Geflügelpest untersuchen zu lassen. "Des Weiteren darf Wildvögeln kein Zugang zu Futter, Einstreu und Gegenständen gewährt und Tiere dürfen nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem wildlebende Vögel Zugang haben", so Backhaus. Es müsse verhindert werden, dass das Virus in die Nutztierbestände eingetragen wird. "Das Weihnachtsgeschäft steht vor der Tür und ich rate daher den Geflügelhaltern, Bestände, die zur Schlachtung anstehen, schon jetzt zu schlachten."

Weitere Informationen
Freilandgänse stehen vor einem Stall. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius

Geflügelpest: Schon 300.000 tote Tiere in MV

Mit einer Entspannung der Lage rechnet das Landwirtschaftsministerium erst nach dem Ende des Vogelzugs. (Meldung vom 04.04.2021) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 22.10.2021 | 13:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Angela Merkel (CDU) und Olaf Scholz (SPD) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im Bundeskanzleramt  Foto: John Macdougall/AFP-Pool/dpa

Bund und Länder einigen sich auf verschärfte Corona-Regeln

Viele der vereinbarten Maßnahmen gelten bereits in MV. Einige aber nicht, wie etwa ein Feuerwerksverbot über Silvester. Ministerpräsidentin Schwesig warb erneut für das Impfen. mehr