Stand: 07.02.2020 05:15 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Resort-Projekt Hohen Wieschendorf auf der Zielgeraden

Absperrband an der Marina Hohen Wieschendorf © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner dpa-Bildfunk
Die Ferienanlage Hohen Wieschendorf gilt als eine der größten Investitionsruinen des Landes. (Archivbild)

Vor über 20 Jahren haben in Hohen Wieschendorf (Landkreis Nordwestmecklenburg) an der Wismarer Bucht die Bauarbeiten für einen Yachthafen und eine Ferienhaussiedlung mit Gastronomie begonnen. Komplett eröffnet wurde die Ferienanlage jedoch bis heute nicht. Lange war das Projekt "Marina Hohen Wieschendorf" eine Investitionsruine. 2005 ging der ursprüngliche Großinvestor pleite, danach gab es immer wieder Probleme mit den Bebauungsplänen. Nun aber verspricht ein Unternehmer aus Österreich, dass im Frühjahr 2021 die ersten Feriengäste im Resort Urlaub machen können.

Yachthafen bei Seglern beliebt

Nur die Marina mit ihren 120 Liegeplätzen konnte 2012 eröffnet werden. Sie sei in der Sommer-Saison immer gut ausgelastet, sagt Jan van Leeuwen (CDU), der Bürgermeister der Gemeinde Hohenkirchen. Die Bau- und Modernisierungsarbeiten für die anderen lange geplanten Gebäude konnten im vergangenen Jahr endlich beginnen. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf rund 30 Millionen Euro.

77 Ferienwohnungen könnten noch 2020 fertig werden

Wenn es nach dem aktuellen Bauherrn Oliver Soini aus Salzburg geht, sollen bald die ersten Gäste in das kleine Hotel einziehen. Auch Restaurants sollen eröffnen. Zum Feriendorf gehören insgesamt 17 Ferienhäuser mit 77 Wohnungen und zwei große Parkplätze sowie ein Gebäudekomplex mit Spa- und Wellnessbereich. Bereits fertig ist neben dem Segelbootanleger ein Musterhaus für interessierte Käufer. Die Hälfte der Ferienwohnungen seien schon reserviert, so Soini.

Aus "Marina Hohen Wieschendorf" wird "Bades Huk"

Außerdem setzte der Neu-Investor auf einen anderen Namen für die Anlage. Aus der mit Negativschlagzeilen behafteten "Marina Hohen Wieschendorf" wurde das Vier-Sterne-Resort "Bades Huk". "Der Name ist ein neuer Anfang und er hat einen Bezug zur Region", sagte Oliver Soini. "Bades Huk" soll an Wilhelm Bade, einem Seefahrer aus Hohen Wieschendorf, erinnern, der Ende des 19. Jahrhunderts die ersten Polarkreuzfahrten anbot.

Vorheriger Bebauungsplan ungültig

Schon 2011 hatte die Entwicklungsgesellschaft "Soini Asset Immobilien" das Areal mit Schifffsanleger für dreieinhalb Millionen Euro ersteigert. Zwei Jahre später jedoch sprach der Landkreis Nordwestmecklenburg einen Baustopp aus. Die baurechtlichen Verhältnisse seien ungeklärt, der alte Bebauungsplan wegen veränderter Naturschutzrichtlinien ungültig. Erst 2016 lag ein neuer Bebauungsplan vor und der neue Eigentümer konnte mit der Umsetzung seines Konzepts beginnen.

Lübecker Hotelier ging an dem Projekt pleite

Ursprünglich gab es bereits im Jahr 2002 umfangreiche Pläne des Lübecker Hoteliers Michael Veit Ivanschitz, in dem Vogelschutzgebiet für 17 Millionen Euro eine Ferienanlage mit Yachthafen zu bauen. Rund sieben Millionen Euro sollten als Fördermittel vom Land dazu kommen. Das Landesförderinstitut bewilligte die Summe und zahlte davon fast vier Millionen für die Marina aus. Das Geld steckte der Investor jedoch in zusätzliche Ferienwohnungen, die nicht förderfähig waren. Deshalb forderte das Land die Fördermittel zurück. Invanschitz musste Insolvenz anmelden und wurde wegen Subventionsbetrug verurteilt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 06.02.2020 | 16:15 Uhr

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