Stand: 09.06.2020 10:00 Uhr

Prozess um Postauto-Raub mit Verfolgungsjagd

Demoliertes Postauto in Straßengraben nach Verfolgungsjagd © Felix Gadewolz Foto: Felix Gadewolz
Die Verfolgungsfahrt endete erst nach 60 Kilometern in Jarmen. (Archivbild)

Ein halbes Jahr nach einem Raubüberfall auf ein Postauto mit anschließender Verfolgungsjagd beginnt der Prozess gegen drei Männer vor dem Landgericht Neubrandenburg. Die Staatsanwaltschaft ihnen gemeinschaftlichen Raub und gefährliche Körperverletzung vor. Dem 20-jährigen mutmaßlichen Haupttäter wird eine ganze Reihe von Straftaten auch im Vorfeld vorgeworfen.

Verfolgung endet nach Unfall in Jarmen

Die Männer aus der Nähe von Greifswald und Neubrandenburg sollen im vergangenen Dezember bei Friedland (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) eine Postangestellte niedergeschlagen, ihren Transporter gestohlen und sich damit die Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert haben. Dabei wurde auch geschossen, aber niemand getroffen. Erst ein Unfall bei Jarmen (Landkreis Vorpommern-Greifswald) stoppte laut Polizei den 20-Jährigen, der keinen Führerschein hatte, und seine Mitfahrer. Die Postangestellte wurde schwer, ein Polizist leicht verletzt.

20-Jähriger soll Wagen bei tödlichem Unfall gesteuert haben

Erst einen Tag vor der Verfolgungsjagd war das Trio mit einem anderen gestohlenen Transporter gestellt worden, konnte aber wieder gehen. Das rief Kritik aus dem Innenministerium hervor, denn der 20-Jährige war der Polizei schon Ende November aufgefallen. Damals soll er einen Wagen gesteuert haben, der vor einer Kontrolle bei Greifswald flüchtete und verunglückte. Einer der Mitfahrer war bei dem Unfall ums Leben gekommen. Für den Prozess sind sieben Verhandlungstage angesetzt, ein Urteil soll frühestens Anfang August fallen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 09.06.2020 | 08:00 Uhr

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