Stand: 22.11.2019 19:55 Uhr

Problemwolf "GW924m" war offenbar auf Usedom

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Diese Aufnahme aus Schleswig-Holstein zeigt vermutlich den Wolf mit dem Kürzel "GW924m". (Archivbild)

Zu dem Raubtierangriff auf eine Schafherde auf Usedom gibt es neue Erkenntnisse. Wie das Landwirtschaftsministerium mitteilte, sind mehrere Sachverständige zu dem Schluss gekommen, dass der Vorfall dem aus Schleswig-Holstein weitergezogenen Problemwolf "GW924m" zuzuordnen sei. Bei der Attacke am Dienstag waren ein Schaf getötet und vier verletzt worden.

DNA-Ergebnisse in der kommenden Woche

Der Wolf "GW924m" weist nach Angaben der Fachleute ein charakteristisches Rissbild auf, dem die auf Usedom vorgefunden Biss- und Fraßspuren sehr ähneln. Die sichergestellten DNA-Spuren werden derzeit noch untersucht. Mit Ergebnissen könne kommende Woche gerechnet werden, heißt es vom Landwirtschaftsministerium.

Backhaus: "Völlig neue Sachlage"

Ihm sei der Ernst der Lage sehr wohl bewusst, betonte Umweltminister Till Backhaus (SPD). Die vielfach geforderte Abschussgenehmigung sei aber nicht die Lösung aller Probleme: "Eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung kann nur zeitlich befristet und für ein konkret abgestecktes Gebiet erteilt werden. Bis vor Kurzem hatten wir keine Hinweise dazu, ob sich 'GW924m' überhaupt noch in Mecklenburg-Vorpommern aufhält." Nun müsse man annehmen, dass der Wolf einmal quer durchs Land gewandert sei und möglicherweise weiter nach Polen ziehe. "Das ist eine völlig neue Sachlage“, so Backhaus weiter.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 22.11.2019 | 19:00 Uhr

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