Stand: 16.05.2019 18:41 Uhr

Pipeline bei Greifswald zeitweise besetzt

In Wrangelsburg bei Greifswald wurden Rohre der Erdgaspipeline Eugal besetzt.

In Wrangelsburg bei Greifswald haben Umweltaktivisten eine Baustelle der Erdgaspipeline Eugal besetzt. Drei Mitglieder der Initiative "Climate Justice Greifswald" krochen am Morgen in einen rund 1,5 Kilometer langen Röhrenabschnitt. Am Nachmittag verließen sie Röhre nach Verhandlungen mit der Polizei und Behördenvertretern wieder. Laut Polizei entstanden keine Schäden.

Besetzer wollen auf Klimaschäden durch Erdgas aufmerksam machen

Mit der Besetzung unter dem Motto "Nord Stream 2 verstopfen!" wollten die Aktivisten nach eigenen Angaben den Bau der Pipeline verzögern und auf Klimaschäden durch Erdgas aufmerksam machen. Erdgas sei wegen des hohen Methan-Gehalts viel klimaschädlicher als angenommen. Mehr Gasförderung verhindert ihrer Meinung nach das Erreichen der Pariser Klimaziele.

Karte: Rohre der Eugal-Pipeline besetzt

Keine Anzeige erstattet

Den Besetzern war ein Sauerstoffmessgerät übergeben worden, weil der Sauerstoff in den Röhren dem Bauleiter zufolge gefährlich knapp werden könne. Die Einsatzkräfte, darunter die Verhandlungsgruppe der Landespolizei, hatten eine Kompromisslösung mit den Besetzern angestrebt. Ihre Unversehrtheit hatte Priorität. Die Aktion sei als Eilversammlung gewertet worden. Da die Betreiberfirma keine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs gestellt habe und die Besetzer friedlich waren, gebe es keine Ermittlungen gegen sie, sagte der Polizeisprecher.

Pipeline soll Gas aus Ostseepipeline weiterleiten

Die Erdgasleitung Eugal soll auf 485 Kilometern von Greifswald bis zur tschechischen Grenze verlaufen. Die Pipeline führt auf rund 100 Kilometern durch Mecklenburg-Vorpommern. Fast die Hälfte der Strecke ist bereits verlegt. Die Leitung soll Ende des Jahres in Betrieb genommen werden und Erdgas aus der Ostseepipeline Nord Stream 2 weiterleiten.

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Umstrittenes Projekt

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 16.05.2019 | 18:00 Uhr

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