Stand: 26.10.2019 13:17 Uhr

"Norwegische Hundekrankheit": Verdachtsfälle in MV

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Über die so genannte Norwegische Hundekrankheit ist bislang wenig bekannt. (Archivbild)

Eine Magen-Darm-Erkrankung bei Hunden, die bereits seit einigen Wochen vor allem in Norwegen grassiert, könnte nun auch Mecklenburg-Vorpommern erreicht haben. Symptome der Krankheit, die bei Hunden vor allem Erbrechen und blutigen Durchfall auslöst, häuften sich nach einem Bericht der "Schweriner Volkszeitung" nun auch in Boizenburg.

Plötzliche Erkrankungen mit schneller Todesfolge

Dass es sich bei den Fällen in Boizenburg um die Erkrankung aus Norwegen handelt, ist derzeit nicht bestätigt. Die Boizenburger Tierärztin Katharina Wiener sagte NDR 1 Radio MV, dass mehrere Hunde innerhalb "sehr kurzer Zeit an Magen-Darm-Erkrankungen erkrankt und sehr schnell verstorben sind", sei "sehr untypisch". Bakteriologische Untersuchungen der in Boizenburg verstorbenen Tiere haben nach Wiener ergeben, dass es sich um die gleichen Keime handelt, die auch in Norwegen grassieren.

Hundekrankheit weitgehend unbekannt

Nach wie vor gebe es nur wenige Erkenntnisse über die sogenannte "Norwegische Hundekrankheit". Medienberichten zufolge sind in Norwegen seit August von 170 erkrankten Hunden etwa 40 Hunde - meist innerhalb von 24 Stunden nach der Diagnose - an der Krankheit verendet. Dabei wurden, wie Wiener erklärt, zwei Keime identifiziert, die "eigentlich normale Darmbewohner sind, wo vermutet wird, dass sie eventuell etwas damit zu tun haben könnten".

Möglichkeiten der Behandlung

Man könne den Hunden helfen, indem man die Symptome behandele, so Wiener. Vor allem der Kreislauf leide unter dem plötzlichen Flüssigkeitsverlust, der auf jeden Fall ausgeglichen werden müsse. Von Fall zu Fall zu entscheiden wäre, ob erkrankte Tiere mit Antibiotika behandelt werden können. Dies müsse vom Allgemeinzustand des Immunsystems der Hunde abhängig gemacht werden. Im Fall der Hunde aus Boizenburg lagen nach Wiener bereits Erkrankungen vor, die das Immunsystem der betroffenen Hunde zusätzlich geschwächt hatten. Ältere Hunde seien besonders gefährdet. Tiere, bei denen plötzliche Ermüdungsanzeichen und wässriger Durchfall festgestellt werden, sollten zügig einem Tierarzt vorgestellt werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.10.2019 | 13:00 Uhr

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