Stand: 15.05.2020 12:58 Uhr

Nord Stream 2 prüft Pipeline-Weiterbau

Das russische Verlegeschiff "Akademik Tscherski" © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer
Das russische Verlegeschiff "Akademik Tscherski" ist vor einigen Tagen in den Gewässern vor Rügen eingetroffen.

Nach dem Abbruch der Bauarbeiten an der neuen Ostseepipeline prüft das Konsortium Nord Stream 2 Möglichkeiten zur Fertigstellung der Leitung. "Für die verbleibenden sechs Prozent unserer Pipeline - das ist dieser Abschnitt in dänischen Gewässern und ein kleiner Abschnitt von etwa 16 Kilometern in deutschen Gewässern - suchen wir aktuell nach Lösungen", sagte Nord-Stream-Sprecher Steffen Ebert am Freitag NDR 1 Radio MV. Im Hafen Sassnitz-Mukran auf Rügen hat derweil ein russisches Verlegeschiff festgemacht. Nord Stream 2 machte zur Herkunft des Spezialschiffes keine Angaben, allerdings gilt als sicher, das es sich um die "Akademik Tscherski" handelt. Das 150 Meter lange Schiff war im Februar im fernöstlichen Hafen Nachodka gestartet.

"Akademik Tscherski" und "Fortuna" im Hafen von Sassnitz

Die russische Regierung hatte im vergangenen Jahr angekündigt, die verbleibenden 160 Kilometer des Pipeline-Doppelstrangs vor Bornholm mit eigenen Schiffen zu verlegen. Im Hafen Sassnitz-Mukran liegt seit mehreren Monaten bereits auch der Verleger "Fortuna". Wann die Arbeiten an der Ostseepipeline wieder aufgenommen werden und durch wen, ist laut Nord Stream 2 derzeit unklar.

Schweizer Firma zog Spezialschiffe ab

Ende 2019 hatte die damalige Baufirma Allseas die Arbeiten nach Androhung von Sanktionen der US-Regierung eingestellt. Die US-Regierung will die Fertigstellung der Pipeline verhindern. Sanktionen sind noch immer möglich und richten sich gegen Projektpartner von Nord Stream 2 - darunter Banken, Versicherungen und Zulieferfirmen. Die Kosten des Pipeline-Baus belaufen sich mittlerweile auf rund zehn Milliarden Euro.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 15.05.2020 | 05:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Manuela Schwesig © dpa-Zentralbild/dpa Foto: Jens Büttner

Schwesig: Coronavirus ist Staatsfeind Nummer 1

Der Landtag von MV stellt sich hinter den Lockdown-Kurs der Landesregierung. Nur die AfD stimmte dagegen. mehr