Im Hafen von Mukran auf Rügen lagern noch Rohre für die Ostseepipeline Nord Stream 2. © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer/

Nord Stream 2: Weiterbau-Genehmigung ausgesetzt

Stand: 18.01.2021 16:05 Uhr

Umweltverbände haben Widerspruch gegen eine Entscheidung des zuständigen Bundesamtes eingelegt, nach der die Ostseepipeline Nord Stream 2 früher weitergebaut werden darf.

Von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) seien entsprechende E-Mails eingegangen, teilte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Montag mit. Damit ruhe die Genehmigung, die für deutsche Gewässer gilt, vorerst, sagte eine BSH-Sprecherin NDR 1 Radio MV. Das Bundesamt werde die Einsprüche nun bewerten.

Genehmigung betrifft 14 Kilometer langen Abschnitt

Am Freitag hatte das BSH den sofortigen Weiterbau der Pipeline in deutschen Gewässern erlaubt. Die bisherige Genehmigung hätte Arbeiten normalerweise erst wieder ab Ende Mai zugelassen. Der DUH und der Nabu hatten umgehend Widerstand angekündigt. Die Genehmigung betraf einen rund 14 Kilometer langen Abschnitt in der Deutschen Außenwirtschaftszone.

US-Sanktionsdrohungen bewirkten Abzug von Spezialschiffen

Die Genehmigung war unter anderem deshalb notwendig geworden, weil eine Schweizer Firma ihre Spezialschiffe nach Sanktionsdrohungen der USA Ende 2019 abgezogen hatte. Für diese Schiffe lag auch für die Wintermonate bereits eine Genehmigung vor. Nord Stream 2 musste nach dem Ausstieg der Schweizer allerdings auf einen Schiffstyp umsteigen, der von anderen Schiffen auf Position gehalten beziehungsweise bewegt wird. Für so ein ankerpositioniertes Schiff gilt die jetzt erteilte Genehmigung. Ein solches Schiff, die russische "Fortuna", hatte am Donnerstag den Wismarer Hafen verlassen und war in Richtung Baugebiet aufgebrochen.

Erweiterung der Gasleitung größtenteils fertig

Nach Angaben des russischen Energiekonzerns Gazprom als Hauptinvestor sind 94 Prozent der umstrittenen Pipeline fertiggestellt. Damit liegen mehr als 2.300 Kilometer Rohre des Doppelstrangs auf dem Meeresboden. Es fehlen noch etwa 150 Kilometer, also 75 Kilometer je Strang - davon etwa 120 Kilometer in dänischen und etwa 30 Kilometer in deutschen Gewässern.

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 15.01.2021 | 19:30 Uhr

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