Rohrsysteme und Absperrvorrichtungen in der Gasempfangsstation der Ostseepipeline Nord Stream 1 und der Übernahmestation der Ferngasleitung OPAL. Im Vordergrund sind unscharf zwei Arbeiter mit Helmen zu sehen. © dpa Foto: Stefan Sauer

Nord Stream 1: Gazprom verlängert Lieferstopp

Stand: 03.09.2022 08:40 Uhr

Durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 wird anders als angekündigt vorerst weiter kein Gas fließen. Das teilte der russische Staatskonzern Gazprom am Freitag auf dem Online-Nachrichtendienst Telegram mit.

Grund sei ein Ölaustritt in der Kompressorstation Portowaja. Bis zur Beseitigung bleibe der Gasdurchfluss gestoppt. Bereits seit Mittwoch strömte kein Gas mehr durch die Ostseepipeline, die auf deutscher Seite in Lubmin bei Greifswald anlandet. Gazprom zufolge ist das Leck bei den gemeinsam mit Experten von Siemens Energy erledigten Wartungsarbeiten an der Station festgestellt worden. Das ausgetretene Öl sei an mehreren Stellen gefunden worden. Es sei nicht möglich, den sicheren Betrieb der letzten dort noch verbliebenen Gasturbine zu garantieren. Schon in der Vergangenheit sei es zu solchen Ölaustritten gekommen, hieß es.

Siemens: Kein Grund für Lieferstopp

Zu den von Gazprom angeführten Gründen wollte sich das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin nicht äußern. In einer Pressemitteilung betonte eine Sprecherin, dass die Versorgungssicherheit in Deutschland trotzdem gewährleistet sei. Der Turbinenhersteller Siemens Energie erklärte, das von Gazprom angeführte Ölleck sei kein technischer Grund, um die Gaslieferung zu stoppen. Diese Lecks könnten vor Ort geschlossen werden, was eine Routinemaßnahme während der Wartungsarbeiten sei.

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Ostsee-Pipeline auf 20 Prozent gedrosselt

Zuletzt kamen über die Pipeline nur noch etwa 20 Prozent der maximal möglichen Menge. Nach Aussage von Gazprom gibt es auch dafür technische Gründe, was unter anderem die Bundesregierung anzweifelt. Bereits im Juli war die Gaslieferung durch Nord Stream 1 mehrere Tage lang eingestellt worden - damals allerdings wegen alljährlicher Wartungsarbeiten, die die Nord Stream AG als Betreibergesellschaft langfristig angekündigt hatte.

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Speicher werden weiter gefüllt

Die Speicherbetreiber rechnen damit, dass auch ohne russisches Gas weiterhin Erdgas in Deutschland eingespeichert werden kann, gegebenenfalls in leicht reduziertem Umfang. Die Speicher waren zuletzt zu über 83 Prozent gefüllt. In den kommenden Tagen dürfte die 85-Prozent-Marke erreicht werden, rund vier Wochen vor dem Stichtag 1. Oktober. Am 1. November sollen die Speicher dann zu mindestens 95 Prozent gefüllt sein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 03.09.2022 | 08:00 Uhr

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