Stand: 14.03.2018 12:00 Uhr

MV: Schwerste Grippewelle seit zehn Jahren

Bild vergrößern
Die Grippe grassiert derzeit vor allem im Raum Rostock und Teilen Vorpommerns. (Archivbild)

Während die Grippe-Welle in vielen Regionen Deutschlands endlich abflaut, legt sie in Mecklenburg-Vorpommern weiter zu. Das geht aus den neuesten Zahlen hervor, die das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) in Rostock am Mittwoch veröffentlichte.

Rund 1.700 Neu-Erkrankungen

In der vergangenen Woche wurden über 1.800 neue Influenza-Infektionen gemeldet, teilte das LAGuS mit. Damit erkrankten rund 200 Menschen mehr als in der Vorwoche, in der rund 1.500 Fälle gemeldet wurden. Den Angaben zufolge geht die Behörde allerdings von einer großen Dunkelziffer aus. Registriert werden nur die Fälle, die amtlich aus den Kommunen gemeldet werden.

Schwerpunkt in Rostock und Vorpommern

Die meisten Neu-Erkrankungen gab es erneut in Rostock und im Landkreis Vorpommern-Greifswald - dementsprechend voll sind die Wartezimmer. Die Symptome sind nach Angaben von Ärzten stärker als sonst üblich. Viele Patienten bräuchten zwei bis drei Wochen, um gesund zu werden. 

Bisher fünf Todesfälle

In dieser Grippesaison sind bisher fünf Menschen im Zusammenhang mit einer Influenza-Infektion gestorben. Nach Angaben des Landesgesundheitsamts waren die zwei Frauen und drei Männer in hohem Alter zwischen 77 und 98 Jahren und hatten chronische Vorerkrankungen. Im vorigen Winter hatte es in Mecklenburg-Vorpommern zehn Todesfälle im Zusammenhang mit einer Influenza gegeben.

Mehr Erkrankungen als in den Vorjahren

Experten im Landesgesundheitsamt sprechen mittlerweile von einer der schwersten und langwierigsten Grippewellen der vergangenen zehn Jahre. Seit Oktober 2017 wurden dem Landesamt bisher mehr als 6.500 Influenza-Fälle gemeldet, das sind fast doppelt so viele wie zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Auch im Vergleich mit anderen schweren "Grippe-Wintern" gäbe es in dieser Gripppesaison schon jetzt rund ein Drittel mehr Fälle als in Jahren mit hoher Grippeintensivität.

Blutspenden rückläufig

Die anhaltende Grippewelle sorgt außerdem für einen deutlichen Rückgang bei den Blutspenden in Mecklenburg-Vorpommern. Probleme in Krankenhäusern gebe es bislang aber nicht. Ins Rostocker Institut für Transfusionsmedizin kommen seit Anfang Februar 30 bis 50 Prozent weniger Spender als sonst. Beim DRK-Blutspendedienst in Neubrandenburg sind es etwa 20 Prozent weniger. Zwar gebe es zu dieser Jahreszeit immer einen Rückgang, in diesem Jahr sei er aber durch die starke Grippewelle noch deutlicher zu spüren, heißt es.

Weitere Informationen

Grippewelle im Norden ebbt nicht ab

Bundesweit hat die Grippewelle ihren Höhepunkt bereits überschritten. Nur in Norddeutschland registrierten die Ärzte bis zuletzt einen Anstieg von Influenzafällen. (11.03.2018) mehr

Grippe-Viren: So schützen Sie sich

Alljährlich in den Wintermonaten breitet sich die Grippe aus. Wie unterscheidet sie sich von einem grippalen Infekt und wie kann man einer Ansteckung mit dem Virus vorbeugen? (08.03.2018) mehr

Schädigen Grippe-Viren das Gehirn?

Bei der Grippewelle im Norden kommt es relativ oft zu schweren Verläufen. Laut einer aktuellen Studie könnten Influenza-Viren auch das Gehirn angreifen. (06.03.2018) mehr

Grippewelle fordert 32 Todesopfer

Die Grippewelle ebbt langsam ab. Laut Gesundheitsamt hat sie bisher trotzdem 32 Todesopfer gefordert, darunter auch Kinder. Experten kritisieren die Impf-Empfehlung des Landes. (14.03.2018) mehr

Grippewelle in Hamburg ebbt noch nicht ab

Die Grippewelle stellt die Hamburger Krankenhäuser immer noch vor große Probleme. Auch viele Ärzte und Pflegekräfte sind erkrankt, das macht die Situation noch schwieriger. (11.03.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.03.2018 | 12:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

01:46
Nordmagazin

Fehmarnbelt-Tunnel vor dem Aus?

13.12.2018 19:30 Uhr
Nordmagazin
03:12
Nordmagazin

Luxushotel in Karlshagen auf Usedom geplant

13.12.2018 19:30 Uhr
Nordmagazin
03:17
Nordmagazin

Katholische Kirche will Missbrauch aufklären

13.12.2018 19:30 Uhr
Nordmagazin