Stand: 21.03.2018 08:00 Uhr

"Lotto-Fee" in MV darf bleiben

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

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Nach fast einjährigem Tauziehen steht fest, "Lotto-Fee" Barbara Becker Hornickel kann bleiben.

Überraschende Wende im Dauerstreit um die "Lotto-Fee" Mecklenburg-Vorpommerns: Das Finanzministerium hat seine Pläne fallengelassen, die Chefposition der landeseigenen Lotto-Gesellschaft neu zu besetzen. Die Ausschreibung für eine neue Geschäftsführung sei aufgehoben worden, teilte ein Sprecher des Ministeriums auf Anfrage von NDR 1 Radio MV mit. Die Entscheidung hat der Aufsichtsrat unter Leitung von Finanzstaatssekretär Peter Bäumer (parteilos) bereits am Montag in Schwerin getroffen.

Tauziehen beendet

Damit steht fest, dass die langjährige Lotto-Chefin Barbara Becker-Hornickel bleiben kann - und zwar bis zur Pensionierung im August nächsten Jahres. Die Geschäftsführerin hat dann nach mehr als 25 Jahren im Job mit 65 Jahren und sieben Monaten das Renteneintrittsalter erreicht. Mit dem Verzicht auf eine Ablösung Becker-Hornickels geht ein fast einjähriges Tauziehen zu Ende. Ende April 2017 ließ Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD) die Geschäftsführer-Stelle überraschend für Juli ausschreiben - erstmals nach 25 Jahren und sehr kurzfristig.

Lotto-Chefin bleibt bis Rentenbeginn

Die langjährige Lotto-Chefin musste kurz vor ihrem Rentenbeginn mit Arbeitslosigkeit rechnen und ging auch öffentlich gegen die Pläne vor. Das Ministerium erklärte, bei vergleichsweise hochdortierten Posten wie der Lotto-Geschäftsführung sei eine Neuausschreibung nach 25 Jahren nicht unüblich. Gleichzeitig wurde Becker-Hornickel aufgefordert, sich zu bewerben. Insgesamt gingen mehrere Dutzend Bewerbungen ein. Eine Bewerber-Klage gegen das Auswahlverfahren verzögerte die Neubesetzung. Das spielte Geschäftsführerin Becker-Hornickel in die Hände, erst führte sie die Geschäfte auf Wunsch von Aufsichtsrats-Chef, Finanzstaatssekretär Peter Bäumer (parteilos), kommissarisch weiter. Jetzt leitet sie das Lotto-Geschäft bis zur Pensionierung.

Über die eigentlichen Gründe, die zum Stopp der Stellenausschreibung geführt haben, gibt es etliche Mutmaßungen. Hinter den Kulissen soll sich Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) nach ihrem Amtstritt im Juli 2017 eingeschaltet und für Becker-Hornickel eingesetzt haben. Eine Bestätigung dafür gibt es nicht. Becker Hornickel wollte sich zu der Entscheidung des Aufsichtsrats nicht äußern.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 21.03.2018 | 08:00 Uhr

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