Stand: 10.06.2020 14:17 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Landtag: Mehr Geld Grundschullehrer in MV

Von der Einkommensanpassung verspricht sich die Landesregierung Wettbewerbsvorteile bei der Lehrer-Gewinnung. (Archivbild)

Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat eine bessere Bezahlung von Grundschullehrern beschlossen. Mit Beginn des neuen Schuljahres am 1. August werden diese nun genauso bezahlt wie Lehrkräfte an Gymnasien und Berufsschulen. Neben den Regierungsparteien SPD und CDU stimmte auch die Linke trotz Kritik zu. Die bessere Bezahlung sei vor allem ein Wettbewerbsvorteil und solle künftig mehr Lehrer nach Mecklenburg-Vorpommern ziehen, sagte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD). 18 Millionen Euro wird das Land dafür jährlich bereitstellen. Nach früheren Angaben ergeben sich für die betroffenen Lehrer Einkommenssteigerungen von teilweise knapp 500 Euro brutto im Monat.

AfD kritisiert Einkommensanpassung

Die AfD-Fraktion kritisierte die gleiche Bezahlung. Grundschullehrer hätten weniger pädagogischen Aufwand bei der Unterrichtsvorbereitung als Lehrer an Gymnasien. Viele von ihnen würden sich deshalb künftig für den geringeren Aufwand entscheiden und an die Grundschulen wechseln. Für die Linksfraktion dagegen war die Angleichung in die Vergütungsgruppe A13 seit Jahren überfällig. Gerade weil sie Kindern Lesen und Schreiben beibringen, würden Grundschullehrer die Grundlagen für alle weiteren Bildungswege legen.

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Martin: Referendariat wird von 18 auf 12 Monate verkürzt

Nach Angaben Martins wird mit der Einkommensanpassung auch das Grundschullehrer-Studium reformiert. Die Ausbildung werde um ein Praxissemester verlängert. Dafür werde das Referendariat für angehende Grundschullehrer von 18 auf 12 Monate verkürzt. Linksfraktionschefin Simone Oldenburg kritisierte, dass eine solche Verkürzung nur auf Antrag möglich sei. Zudem habe die Landesregierung die nötigen Änderungen im Studium nur unzureichend vorbereitet.

MV hat großen Bedarf an Pädagogen

Mit der gleichen Bezahlung der Grundschullehrer folgt Mecklenburg-Vorpommern Brandenburg, Sachsen und Berlin. Dort werden bereits seit dem vergangenen Jahr alle Lehrergruppen gleich vergütet. Zuletzt hatten das auch Hamburg und Thüringen angekündigt. Wie andere Bundesländer hat auch Mecklenburg-Vorpommern großen Bedarf an Pädagogen, um das Ausscheiden älterer Lehrer kompensieren und zusätzlichen Personalbedarf decken zu können. Nach Angaben des Bildungsministeriums werden etwa 600 bis 700 neue Lehrer jährlich benötigt. Noch vor wenigen Jahren hatte die Zahl der Neueinstellungen unter 200 gelegen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 10.06.2020 | 14:00 Uhr

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