Stand: 27.12.2018 12:29 Uhr

Kosten für Asylbewerberheime in MV konstant

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Zahl der Asylbewerber nimmt weiter ab: Zurzeit leben noch 595 Menschen in den Einrichtungen in MV.

Die Erstaufnahmeeinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern haben im vergangenen Jahr rund 23 Millionen Euro gekostet. Wie ein Sprecher des Innenministeriums am Donnerstag mitteilte, werden die Kosten trotz geringer Auslastung voraussichtlich in diesem Jahr gleichbleiben. Eingeplant seien rund 24 Millionen Euro. In den beiden Einrichtungen in Stern Buchholz und Horst bei Boizenburg leben derzeit 595 Asylbewerber und damit so wenige wie seit Jahren nicht.

Bewerber müssen bis zu zwei Jahren warten

Höchste Kostenfaktoren sind nach Angaben des Ministeriums der Betrieb und die Bewachung mit 8,6 Millionen Euro. Diese änderten sich nicht durch die geringere Zahl der Bewohner, hieß es. Trotz der geringen Auslastung könnten beide Einrichtungen aber auch nicht geschlossen werden, so der Sprecher. Das Asylgesetz verpflichte die Länder, diese Unterkünfte bereitzustellen. Asylsuchende müssten auch immer erst in den Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht werden und das bis zur Entscheidung über ihren Asylantrag. Das kann von sechs Wochen bis zu zwei Jahre dauern.

Flüchtlingsinitiativen fordern dezentrale Unterbringung

Vertreter der Initiative "Pro Bleiberecht" und des Flüchtlingsrats MV forderten zuletzt wiederholt die Schließung der beiden Standorte. Die Entscheidungen zum Asylrecht dauerten zu lange. Solange müssten die Menschen in den abgelegenen Erstaufnahmeeinrichtungen annähernd isoliert leben, hieß es. Die Initiativen fordern eine dezentrale Unterbringung in Wohnungen. In Stern Buchholz gibt es gut 1.200 Plätze für Asylsuchende und in Horst 400. Betreiber beider Standorte sind die Malteser Werke.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 27.12.2018 | 12:00 Uhr

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