Stand: 06.09.2018 19:37 Uhr

Klöckner: Dürreschäden in Wäldern dramatisch

In Mecklenburg-Vorpommern ist nach ersten Schätzungen fast jeder dritte junge Baum durch die Dürre geschädigt worden.

Die durch die wochenlange Dürre verursachten Schäden in den Wäldern sind laut Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) dramatisch. "Die Schäden werden uns sehr lange begleiten und auch für kommende Generationen noch spürbar sein", sagte Klöckner am Donnerstag bei einem Besuch der Forstbetriebsgemeinschaft Bansow (Landkreis Rostock).

Wälder Thema für nächste Agrarministerkonferenz

Das Ausmaß könne aber erst mit Verzögerung festgestellt werden, es hänge auch vom weiteren Wetter ab. Die Situation der Wälder soll laut Klöckner auch Thema bei der nächsten Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern Ende September sein. Die Ministerin will zudem einen Runden Tisch gemeinsam mit dem Umweltministerium und Verbänden einberufen. Klimaresistentere Bäume und ein guter Mix verschiedener Baumarten seien nötig, hieß es.

Forstbehörde: Sieben Millionen junge Bäume in MV geschädigt

Nach groben Schätzungen der obersten Forstbehörde sind in Mecklenburg-Vorpommern rund 30 Prozent der jungen Baumbestände durch die Trockenheit geschädigt worden. Das sind rund sieben Millionen Pflanzen, die in den Wäldern nachgesetzt werden müssen. Die Kosten hierfür werden auf rund zehn Millionen Euro geschätzt. Nahezu sämtliche Baumarten seien betroffen. Derzeit sind die Forstmitarbeiter den Angaben zufolge mit der Inventur beschäftigt. Ende September sollen belastbare Zahlen vorliegen.

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Waldbesitzer fordern Unterstützung

Der Waldbesitzerverband fordert unterdessen Unterstützung, um langfristig den Wald klimaresistenter zu machen. Dies könnte laut Verbandschef Ivo von Trotha durch Steuererleichterungen sowie eine flexiblere Förderung des Waldumbaus geschehen. Auf die Forderung nach direkter finanzieller Unterstützung seitens des Deutschen Forstwirtschaftsrates reagierte Klöckner verhalten.

Direkte Hilfen? Klöckner reagiert verhalten

Die Situation sei mit der in der Landwirtschaft nicht vergleichbar, wo Tiere sofort Futter bräuchten, so Klöckner. Von Geld würden Bäume nicht wachsen. Landwirte mit schweren Einbußen wegen der Dürre können auf staatliche Nothilfen von bis zu 340 Millionen Euro zählen. Angesichts von Ernteschäden "nationalen Ausmaßes" hatte Klöckner angekündigt, dass der Bund 150 Millionen bis 170 Millionen Euro geben will. Die andere Hälfte sollen die Länder tragen. Bundesweit sind bis zu 10.000 Betriebe existenzbedrohend stark betroffen.

Große Schadholzmengen lassen Nadelholzpreis einbrechen

Zusätzlich kämpfen die Forstleute im Nordosten mit dem Borkenkäfer in den Fichtenbeständen. Bisher summiere sich das Schadholz auf 35.000 Festmeter, hieß es aus dem Landwirtschaftsministerium. Das Holz sei minderwertig und könne nur als Industrieholz vermarktet werden. Durch die großen Schadholzmengen sei der Preis für Nadelholz um bis zu 70 Prozent gefallen, hieß es weiter.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 07.09.2018 | 06:00 Uhr

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