Stand: 20.07.2018 07:38 Uhr

Diskussionen um Polizeieinsatz in Greifswald

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Mit der Durchsuchung habe der Rechtsstaat ein Positionslicht gesetzt, so die sicherheitspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Ann Christin von Allwörden.

Bei einem Großeinsatz mit Hausdurchsuchungen im alternativen Kulturzentrum Ikuwo in Greifswald waren am Donnerstag mehr als 90 Beamte im Einsatz. Die Durchsuchungen stehen im Zusammenhang mit einem Überfall auf einen Verbindungsstudenten, der Anfang Juni vor dem Zentrum angegriffen wurde. Die Reaktionen der Landtagsfraktionen fallen höchst unterschiedlich aus.

Keine "No-Go-Areas für Polizisten"

Der Rechtsstaat lasse sich nicht auf der Nase herumtanzen, so die sicherheitspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Ann Christin von Allwörden. Sie bezeichnete das Vorgehen der Polizei als wichtiges Signal gegen politisch motivierte Straftaten von links. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Leif-Erik Holm sagte, es dürfe keine "No-Go-Areas" für Polizisten geben. Er forderte, der Kultur-Einrichtung in Greifswald alle öffentlichen Gelder zu streichen. CDU und AfD wollen den Vorfall zum Thema im Innenausschuss machen.

Grüne: Einsatz unverhältnismäßig

Ulrike Berger, die für Bündnis 90/ Die Grünen in der Greifswalder Greifswalder Bürgerschaft sitzt, kritisierte den Polizei-Einsatz als unverhältnismäßig. Rund 95 Einsatzkräfte durchsuchten am Donnerstag zwei Wohnungn in der Hansestadt sowie das Kulturzentrum selbst, fanden jedoch keine Beweismitel, die den Angangsverdacht des Raubes gegen einen Verdächtigen stützen würde.

Verein hatte sich von Überfall distanziert

Die Betreiber des Kulturzentrums reagierten empört auf die Durchsuchung. Der Verein verwahre sich gegen den Versuch einer Kriminalisierung, hieß es. Hinweise darauf, dass der Verein mit den Taten in Zusammenhang stehe, gäbe es nicht. Die mutmaßlichen Täter flüchteten Anfang Juni ins Ikuwo, eine Kette von etwa 15 Personen hinderte die Polizei damals daran das Zentrum zu betreten. Davon hatte sich der Verein zehn Tage nach dem Vorfall distanziert.

Weitere Informationen

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In Greifswald ist am Wochenende ein Verbindungsstudent attackiert worden. Die mutmaßlichen Angreifer zogen sich laut Polizei in ein Kulturzentrum zurück. Die Beamten kamen dort nicht hinein. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 20.07.2018 | 06:30 Uhr

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