Gefahr für Rettungskräfte: Akku-Fachgeschäft in Rostock brennt aus

Stand: 29.05.2021 08:03 Uhr

Ein Brand in einem Fachgeschäft für Batterien und Akkus in Rostock hat am Donnerstag einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Bis in den frühen Freitagmorgen dauerten die Löscharbeiten. Das Areal um den Laden ist noch immer abgesperrt - weil das Haus einsturzgefährdet ist.

Nach den Löscharbeiten ist das Ausmaß der Schäden sichtbar geworden: Das Geschäft im Erdgeschoss ist zerstört, die Schaufensterscheibe geborsten, drinnen ist alles verkohlt. In den zwei Etagen darüber stehen die Fenster offen. An der Hausfassade sind schwarze Rußspuren, das Dach ist komplett zerstört. Das Haus ist unbewohnbar und einsturzgefährdet. 50 Frauen und Männer des Technischen Hilfswerkes (THW) sicherten das Gebäude bis zum frühen Samstagmorgen mit einer Stützkonstruktion.

Nach ersten Erkenntnissen der Feuerwehr ist das Feuer am Donnerstag um kurz vor 16 Uhr in dem Laden im Erdgeschoss des Hauses in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt ausgebrochen. Ein Mitarbeiter hatte offenbar versucht, einen Akku zu reparieren, dabei kam es zu einer Entzündung. Obwohl der Mitarbeiter noch versuchte, selbst zu löschen, griffen die Flammen auf andere Gegenstände über, das Feuer breitete sich unaufhaltsam aus.

Brandgefährliche Ware - Feuerwehr vorsichtig

Die Feuerwehrleute mussten besonders vorsichtig sein: Immer wieder knallte es laut, weil Akkus explodierten. Am frühen Donnerstagabend meldete die Feuerwehr: Brand unter Kontrolle. Zu diesem Zeitpunkt war zumindest sicher, dass die Flammen sich nicht weiter ausbreiten würden und auch Nachbargebäude nicht mehr in Gefahr waren. Allerdings fing es gegen 21:30 Uhr weiter oben im Haus erneut an zu brennen. Der Einsatzleiter löste noch einmal Großalarm aus und die Löscharbeiten begannen erneut. Sie dauerten bis zwei oder drei Uhr morgens. Ungefähr 70 Feuerwehrleute waren dabei im Einsatz.

Straßenbahnlinie wieder in Betrieb

Teile des Hausdaches drohten herabzufallen. Auch am Freitagmittag waren die Brandbekämpfer noch vor Ort und suchten nach Glutnestern - auch eine Drohne schwirrte über das Gebäude. Wegen der Stützkonstruktion ist die Straße vor dem Haus noch immer gesperrt. Die am Haus vorbeiführende Straßenbahnlinie ist seit Sonnabendmorgen wieder in Betrieb.

Akkus explodierten - Menschen in Sicherheit gebracht

Kurz nach Ausbruch des Feuers hatten die Rettungskräfte die Anwohner in Sicherheit gebracht - Sanitäter wurden gerufen, sie untersuchten die Geretteten. Die Feuerwehr hatte alle Anwohner gebeten, vorsorglich Fenster und Türen geschlossen zu halten. Auch Passanten wurden gewarnt: Gase könnten ausgetreten sein. Befürchtet wurde, dass diese Gase eine Gefahr für die Gesundheit darstellen könnten, deshalb hatte die Polizei das Areal am Doberaner Platz weiträumig abgesperrt. Nach Angaben des Einsatzleiters wurden insgesamt drei Menschen leicht verletzt - durch den Rauch. Die Bewohner des betroffenen Hauses aber konnten nicht zu ihrem Hab und Gut zurückkehren - vor allem die Wohnungen im ersten Stock waren durch die Flammen schwer beschädigt worden. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 28.05.2021 | 12:00 Uhr

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