Gastgeber in MV warten auf Urlauber und Übernachtungsgäste

Stand: 05.06.2021 14:44 Uhr

Seit Freitag können die Hoteliers und Ferienwohnungsanbieter in Mecklenburg-Vorpommern wieder Gäste aus anderen Bundesländern empfangen. Tagestouristen müssen jedoch noch bis zum 11. Juni warten. Die große Anreisewelle blieb aber bislang aus.

Nach dem eher verhaltenen Neustart am Freitag blieb es auch am Sonnabend in den meisten Tourismus-Hochburgen in Mecklenburg-Vorpommern vergleichsweise ruhig. Die Zufahrten zu den Inseln Usedom, Fischland-Darß-Zingst und Rügen waren am Vormittag weitgehend frei. Und auch die Strände waren am Sonnabend noch relativ leer. Das Wasser ist mit nur 13 Grad noch nicht ganz badetauglich. Freizeiteinrichtungen, die zu dieser Jahreszeit meist sehr voll sind, haben noch ausreichend Kapazitäten. Das Besuchsbarometer von Karls Erdbeerhof zeigt in Zirkow, Warnemünde und Koserow noch grün an, nur in Rövershagen ist etwas mehr los. Aber Platz für Besucher gibt es auch dort noch reichlich.

Noch viel Platz auf den Campingplätzen

Auch an der Mecklenburgischen Seenplatte warten Hoteliers und Vermieter von Ferienwohnungen auf Urlauber. Auf dem größten Campingplatz in der Haff-Müritz-Region in Waren waren am Sonnabend gerade 100 Camper angereist. Platz wäre dort für rund 1.000 Gäste. Auch in den Hotels sind bisher nur wenige Gäste angereist. Die Lockerungen seien zu kurzfristig gewesen, so ein Hotelier. So ist beispielsweise das Land Fleesensee nicht mal zur Hälfte ausgelastet. Dort hatte man sich erst Anfang der Woche entschieden, zu öffnen. Mit Ferienbeginn, sind die meisten Hotels, Campingplätze und Ferienwohnungen in der Region jedoch nahezu ausgebucht.

Noch nicht alle Hotels öffnen

Noch werden nicht alle Hotels geöffnet. Der Geschäftsführer des Landestourismusverbands, Tobias Woitendorf, geht für den ganzen Nordosten von etwa der Hälfte der Betriebe aus. Die Geschäftsführerin des Verbands Mecklenburgischer Ostseebäder, Anett Bierholz, sprach für ihren Bereich, also die Ostseeküste zwischen Boltenhagen und Graal-Müritz, von etwa 70 Prozent offenen Hotels. Zudem sei die zu erwartende Auslastung überschaubar - die Zeit zwischen Bekanntgabe und Öffnung sei für viele zu kurz gewesen. Dazu passt auch ein Blick über den Strand in Warnemünde. Trotz des sonnigen Wetters sind nur wenige Strandbesucher dort, viele Strandkörbe sind verschlossen.

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Umfrage: Jeder dritte Betrieb sieht seine Existenz in Gefahr

Wegen des langen Lockdowns geht es der Branche nicht gut. Bei einer aktuellen Umfrage des Landestourismusverbandes unter 300 Betrieben im Nordosten gab fast jeder dritte Betrieb an, sich in seiner Existenz gefährdet oder sogar akut gefährdet zu fühlen - im April waren es allerdings noch deutlich mehr - nämlich 43 Prozent. Jedes zweite Unternehmen benötigt auch noch staatliche Hilfe, und immer noch befinden sich 42 Prozent der Arbeitnehmer in Kurzarbeit.

Seebäder haben sich vorbereitet

Auch der Reisebus-Tourismus in den Nordosten ist mit negativem Corona-Test wieder möglich. Die großen Tourismuszentren an der Ostsee wie etwa Binz auf Rügen haben sich eingehend auf die Saison unter Corona-Bedingungen vorbereitet. Sie haben vorab ihre Touristiker eingeladen, Regelungen erklärt, Notfallpläne erstellt und Corona-Testhelfer ausgebildet. Mit der Öffnung des Tourismus für Einheimische, Zweitwohnungsbesitzer, Dauercamper und Bootsbesitzer Ende Mai haben einige touristische Einrichtungen die Arbeit bereits wieder aufgenommen.

Stralsund stellt sich auf erhöhten Info-Bedarf ein

Zum Tourismusstart für alle Gäste werden in Stralsund Informationseinrichtung in vollem Umfang geöffnet. "Der Informationsbedarf unserer Gäste wird angesichts der zahlreichen Regelungen, die diese Tourismussaison begleiten werden, groß sein", sagt der Betriebsleiter der Tourismuszentrale, André Kretzschmar. Auch Stadtführungen werden wieder stattfinden. Hierfür ist zwar kein Corona-Test notwendig, bei vielen touristischen Angeboten ist er aber laut Landesverordnung verpflichtend. Die Hansestadt Stralsund hat in Zusammenarbeit mit privaten Trägern eine entsprechende Testinfrastruktur für Einwohner und Gäste gleichermaßen geschaffen.

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4.000 Tests pro Tag in Wismar

In der Hansestadt Wismar öffnen das Welterbe-Haus, die Kirchen St. Marien und St. Georgen für Gäste - allerdings auch hier nur mit Maske, Abstand und negativem Corona-Test, der nicht älter als 24 Stunden ist. Dafür gibt es ein großes Testzentrum in der Altstadt und einige weitere Anbieter - 4.000 Tests, so heißt es, sollen pro Tag machbar sein. In Parchim ist, wie in vielen anderen Städten auch, das Freibad wieder offen - die Touristeninformation hat an die Hotels und Pensionen Stadtpläne und Flyer für die Gäste verteilt - Zeichen einer Aufbruchsstimmung. Dennoch bleibt die Branche vorsichtig. Der Geschäftsführer des Landestourismusverbands, Tobias Woitendorf: "Wir werden in diesem Jahr aber noch ein größeres Minus haben als 2020 - egal, was jetzt noch kommt." Im vergangenen Jahr gab es bei den Übernachtungen ein Minus von 30 Prozent.

Polizei wieder im Bäderdienst vor Ort

Die Polizei hat mit dem Tourismusstart auch mit den Bäderdienst begonnen. Mit den zusätzlichen Polizeistreifen soll landesweit in Ferienorten, an Stränden und auf Campingplätzen die Sicherheit der Touristen verbessert werden. Im vergangenen Jahr waren dafür insgesamt bis zu 200 Polizeibeamte im Einsatz. Neben ihren Streifendiensten, bei denen sie die Straßenkriminalität im Blick haben, sollen die Beamten den Urlaubern bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite stehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 05.06.2021 | 15:00 Uhr

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