Stand: 16.07.2019 15:58 Uhr

Deutsch-dänisches Radprojekt soll verbinden

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Seinen Anfang nahm die Kooperation beider Fahrrad-Organisationen 2018 auf der Touristikmesse Viva Touristika. (Archivbild)

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) in Rostock und der Fahrradverein "Sundgruppen" aus Nyköbing in Dänemark haben Tagestouren auf beiden Seiten der Ostsee ausgearbeitet. Ihr Ziel ist es, das Zusammenwachsen beider Regionen in den Nachbarländern weiter voranzubringen. Bei der Fahrradmesse im Rahmen der Rostocker Touristikmesse Viva Touristika haben sich die beiden Vereine im vergangenen Jahr kennengelernt und beschlossen, gemeinsame Sache zu machen.

Fahrradurlaub in beiden Ländern populär

Die Idee zur Kooperation lag quasi auf der Hand. So würden viele Deutsche zum Fahrradfahren nach Dänemark kommen und umgekehrt, erklärt Jörgen Ottessen vom Fahrradverein "Sundgruppen" aus Nyköbing. Im ersten Schritt haben die Partner deshalb eine Broschüre mit Tourenvorschlägen erarbeitet. Sieben Routen von 20 bis 50 Kilometern Länge führen durch die dänische Kommune Guldborgsund und drei durch Mecklenburg.

Touren von und nach Rostock schwer zu finden

Dabei stelle besonders der Rostocker Überseehafen als Ausgangspunkt eine echte Herausforderung dar, so Martin Elshoff vom ADFC Rostock. Wer nämlich auf zwei Rädern von der Fähre rollt, der findet sich erst einmal in einem Getümmel aus Autos und Lastwagen wieder. Es gibt keinen ernst zu nehmenden Radweg nach Rostock. Auch die öffentlichen Verkehrsmittel geben diesbezüglich nicht viel her. Darum sei es gar nicht so einfach gewesen, passende Touren zu finden, betont Elshoff. "Aber wir haben gute Ideen gehabt und ich denke, die sind auch gut fahrbar. Am 20. Juli werden wir mit der ersten Gruppe sozusagen eine Probefahrt machen", so Elshoff weiter.

Geführte Touren in den Nachbarländern geplant

Langfristig soll es regelmäßig auch geführte Touren auf beiden Seiten der Ostsee geben. Große Hoffnung setzen die Radfahrer dabei in den künftigen Rostocker Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos). Der nämlich ist Däne und daher mit einer deutlich besseren Fahrrad-Infrastruktur als der hierzulande aufgewachsen. Madsen plant einen Besuch beim Oberbürgermeister von Kopenhagen. Es soll um die Vorzüge und Besonderheiten im Radwegenetz des Nachbarlandes gehen.

Das Fahrrad als Fortbewegungsmittel der Zukunft?

Claus Ruhe Madsen ist klar, dass noch einiges zu tun ist, bevor das Radeln im Nordosten Deutschlands annähernd so komfortabel ist wie in Dänemark. Doch für den angehenden Oberbürgermeister sind Radwege der Schlüssel für die Fortbewegung der Zukunft: Es sei nicht die Frage, ob E-Mobilität oder Wasserstoff, sondern vielmehr, ob die Menschen überzeugt werden können, mit dem Fahrrad zu fahren. Man darf gespannt sein, ob die Kooperation des ADFC Rostock und dem dänischen Sundgruppen-Verein in der Lage ist, dahingehend die richtigen Impulse zu setzen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 16.07.2019 | 16:00 Uhr

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