Schwerin: Ein Radfahrer ist zwischen den Staatlichen Museum (r) und dem Mecklenburgischen Staatstheater (l) unterwegs. © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner

Nach dem Teil-Lockdown: Wann sinken die Infektions-Zahlen?

Stand: 05.11.2020 13:37 Uhr

Trotz des Teil-Lockdowns klettern die Corona-Infektionszahlen auf Rekordstände. Wie lange noch? Forscher meinen, erste Ergebnisse sollten frühestens nach sechs Tagen und spätestens nach vier Wochen sichtbar werden.

Seit Montag befindet sich Deutschland im Teil-Lockdown. Trotz der erheblichen Kontakteinschränkungen in Folge der Schließung von Gastronomie, Freizeit- und Kultureinrichtungen kletterte die Zahl der Neuinfektionen zuletzt auf Höchststände. So wurden deutschlandweit am Donnerstagmorgen fast 20.000 Fälle gemeldet, auch in Mecklenburg-Vorpommern wurde mit 181 Neuinfektionen am Mittwoch ein Höchststand erreicht. Viele fragen, sich wann sich der Teil-Lockdown auswirken wird, die Zahl der Neuinfektionen wieder sinkt und die Wirkung der Einschnitte im öffentlichen Leben sichtbar wirkt. Folgt man den Experten, gibt es keine einfache Antwort auf diese Frage.

Effekte frühestens nach sechs bis zehn Tagen

Gemeinhin gehen Wissenschaftler davon aus, dass der Zyklus einer Corona-Erkrankung von der Ansteckung bis zum Auftreten von Symptomen ungefähr drei bis fünf Tage dauert. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass es ungefähr zwei Zyklen braucht, also sechs bis zehn Tage, bis sich Veränderungen auch in Zahlen niederschlagen. Darüber hinaus gibt es noch weitere Faktoren, die sich auswirken können. Dazu zählen Verzögerungen in den Meldeketten, die vergleichsweise häufig vorkommen.

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Bundesregierung will Ende kommender Woche erste Bilanz ziehen

Deshalb gilt in der Regel: 14 Tage sind das Minimum, bis sich Lockdown-Effekte in Neuinfektionszahlen widerspiegeln. Das sagt beispielsweise der Forscher Peter Klimek von der Medizinischen Universität Wien. Eine Studie der Universität Edinburgh legt sogar nahe, dass es durchaus vier Wochen dauern könne, bis der Effekt von Maßnahmen vollends sichtbar werde. In Deutschland will die Bundesregierung Ende kommender Woche ein erste Zwischenfazit ziehen - und gegebenenfalls nachsteuern, das hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei dem Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder vor einer Woche angekündigt.

Maßnahmen können für Zeitgewinn sorgen

All das sagt natürlich nichts darüber aus, was eine angemessene Dauer eines Lockdowns wäre. Weitgehende Einigkeit besteht darüber, dass ein Teil-Lockdown die Epidemie nicht vollends eindämmen kann. Aber es könnten danach besser Kontakte verfolgt werden, sofern das Infektionsaufkommen überschaubar sei, wird in Studien behauptet. Eine baldige Rückkehr zur Normalität werde es dagegen eher nicht geben, sagen Forscher. Auf einen wesentlichen Effekt eines Lockdowns hatte der Chef-Virologe an der Berliner Charité, Christian Drosten, schon vor dem Lockdown hingewiesen: "Wenn wir jetzt einmal auf die Bremse drücken, dann hätte das einen ganz nachhaltigen Effekt: Das würde uns ganz viel Zeit einspielen." Geduld ist also weiterhin gefordert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 05.11.2020 | 14:00 Uhr

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