Stand: 11.05.2020 14:53 Uhr

Corona: Milchbauern demonstrieren gegen Preisverfall

Landwirte protestieren in Schwerin. © NDR Foto: Franziska Drewes
Mit einer Milchpulver-Pyramide demonstrierten die Milchbauern vor dem Agrarministerium.

Milchbauern aus Mecklenburg-Vorpommern haben am Vormittag vor dem Landwirtschaftsministerium in Schwerin gegen den Preisverfall ihrer Produkte protestiert. Die Branche befindet sich wegen der Corona-Pandemie in einer schweren Krise. Direkt vor dem Haupteingang des Agrarministerium stapelten sie 4.000 Kilogramm Milchpulver - als Symbol für die Krise. Wegen der Pandemie seien weltweit Absatzmärkte für Milch, Joghurt oder Quark weggebrochen - beispielsweise in China.

Milchbauern lehnen Pläne für Milchpulver-Einlagerung ab

Auch von deutschen Großverbrauchern und Gastronomen seien diese Produkte in den vergangenen Wochen kaum nachgefragt gewesen. Die Europäische Union plädiert dafür, Milchpulver, Käse und Butter freiwillig einzulagern, um so die Milchmenge zu reduzieren und der Krise zu begegnen. Das lehnen viele Milchbauern ab.

Rohmilchpreis zu niedrig, um kostendeckend zu produzieren

Sie fordern, Milchüberschüsse befristet zu reduzieren. Dies solle für alle Landwirte verbindlich gelten - europaweit. Ansonsten drohe ein erneuter Preissturz, sagte der Landessprecher des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter, Georg Maas. Momentan liegt der Rohmilchpreis pro Liter bei 28 bis 34 Cent. Ein fairer Milchpreis, mit dem die Bauern kostendeckend produzieren können, müsse oberhalb der 40-Cent-Marke liegen, so Maas.

Backhaus: Strategie für Milchmengen-Steuerung ist gefragt

Agrarminister Till Backhaus (SPD) rief Molkereien, Lebensmitteleinzelhandel und Produzenten dazu auf, gemeinsam Lösungen zu finden. Die Corona-Pandemie habe in der Tat zu Marktturbulenzen geführt. Während der Absatz von Milchprodukten im Lebensmitteleinzelhandel deutlich zugenommen habe, sei unter anderem der Export eingebrochen.

Backhaus bezeichnete die Freigabe der Einlagerung durch die EU als ein Mittel, die preisliche Niedrigphase zu überbrücken. Erste Hoffnungsschimmer gebe es bereits, weil die Nachfrage aus Italien und China wieder steige. Es gelte, Wege zu finden, den dauernden Turbulenzen am Milchmarkt entgegenzuwirken, meinte Backhaus. "Die Industrie muss endlich Strategien entwickeln, die Milchmenge vorausschauend zu steuern."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 11.05.2020 | 13:00 Uhr

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