Stand: 19.04.2020 11:25 Uhr

Corona-Krise bedroht Fischerei in MV

Frisch gefangene Heringe liegen im Hafen von Freest in einer Fischkiste (Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns). © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer
Durch Verlängerung der Heringssaison bis Mai wollen viele Fischer fangfrisch einfrieren und Heringe erst im Sommer verkaufen. (Archivbild)

Wegen der Corona-Krise gerät die Fischereibranche noch weiter in Bedrängnis. Der internationale Fischhandel ist zum Erliegen gekommen, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Verbands der Kutter- und Küstenfischer Mecklenburg-Vorpommern, Michael Schütt. Damit würde der Niedergang des Fischereihandwerks beschleunigt, hieß es weiter.

Größere Mengen an Fisch derzeit nicht zu verkaufen

So habe die Fischereigenossenschaft in Freest (Landkreis Vorpommern-Greifswald) als größter Fischereistandort im Land bislang Fisch nach Polen geliefert. Üblicherweise würden Kunden in Polen und den Niederlanden jetzt Hornfisch, Dorsch sowie Plattfisch und Weißfisch wie Plötze und Blei kaufen. Doch dort werde zurzeit nichts abgenommen. Da keine Touristen im Land sind, lohne es sich auch kaum, Fisch in Häfen anzubieten. Gaststätten sind geschlossen. Die Touren mit Räucherware für Märkte bis nach Sachsen mussten eingestellt werden.

Heringssaison bis Mai ausgedehnt

Immerhin ist offenbar die Strategie aufgegangen, die Heringssaison von Januar bis Mai auszudehnen und den Fisch küchenfertig einzufrieren. Diese Heringe könnten dann im Sommer verkauft werden – so die Hoffnungen der Fischer. Unbekannt ist dem Verband zufolge auch, ob und wie viele Fischer Soforthilfen vom Land beantragt haben. Immerhin werde jetzt die Stillegungesprämie für den Dorschfang ausgezahlt. Die EU hatte 2020 die Heringsquote zum Schutz der Bestände in der westlichen Ostsee stark reduziert. Statt 3.000 Tonnen wie 2019 dürfen nur noch 1.000 Tonnen gefangen werden. Die Dorschquote sank um 60 Prozent auf 260 Tonnen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 19.04.2020 | 11:00 Uhr

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