Stand: 25.04.2018 11:34 Uhr

Backhaus: Diskussion "ohne Schaum vorm Mund"

Ferkelkastration ohne Betäubung - bislang ist das üblich. Im kommenden Jahr soll diese schmerzhafte Prozedur verboten werden. Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) plädiert für eine Lokalanästhesie, die unter Tierschützern allerdings umstritten ist.

Im Interview auf NDR Info anlässlich der Agrarministerkonferenz in Münster zeigte Backhaus die unterschiedlichen Ansätze auf: "Das eine ist die sogenannte Ebermast, das heißt, die Tiere müssen separiert werden. Aber man hat immer das Problem, dass diese Tiere dann bestimmte Gerüche absondern, wenn sie geschlechtsreif werden. Das mögen wir Deutschen nicht so gerne auf dem Speiseteller." Alternativ gibt es laut Backhaus eine umstrittene Impfmethode - oder die Tiere müssten in Vollnarkose gelegt werden. "Dabei haben wir allerdings sehr hohe Sterblichkeitsraten."

Backhaus: "Bund hat Lösung verschleppt"

Backhaus plädiert für den sogenannten vierten Weg, der eine Schmerzbetäubung der Tiere vorsieht. "Der Landwirt müsste eine Qualifizierung durchlaufen, um dann mit einer Lokalanästhesie die Ferkelkastration vorzunehmen. So wird es in Dänemark und Schweden gemacht. Darüber sollte in Ruhe und ohne Schaum vor dem Mund diskutiert werden."

Nach Aussage von Backhaus wäre eine Lösung auf Länderebene längst möglich: "Aber im Bund sind viele Dinge vor sich hergeschoben worden." Der SPD-Politiker will die Agrarministerkonferenz in Münster nutzen, um zu schauen, ob es Mehrheiten gibt. "Mit der neuen Bundesregierung sind wir gehalten, endlich zu praktikablen und tierschutzgerechten Regelungen zu kommen."

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 25.04.2018 | 09:50 Uhr

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