Eine Wählerin wirft bei der Stimmabgabe den Wahlzettel in eine Wahlurne.  Foto: Robert Michael

Abwahlverfahren gescheitert: Teterows Bürgermeister bleibt im Amt

Stand: 04.07.2022 11:03 Uhr

Teterows parteiloser Bürgermeister Andreas Lange bleibt im Amt. Das ist das Ergebnis eines Bürgerentscheids. Zwar haben sich 73 Prozent für seine Abwahl ausgesprochen, aber die notwendige Beteiligung wurde nicht erreicht.

Insgesamt haben laut vorläufigem Endergebnis 2.682 Menschen in Teterow (Landkreis Rostock) abgestimmt. 1.932 von ihnen waren dafür, dass Andreas Lange sein Amt abgibt. Für die Abwahl hätten aber mindestens 2.500 Teterower stimmen müssen. Beteiligen durften sich alle Einwohnerinnen und Einwohner ab 16 Jahren.

 

Schlechtes Verhältnis zwischen Bürgermeister und Stadtvertretern

Anlass für den Bürgerentscheid war die Einleitung eines Abwahlverfahrens, das die Teterower Stadtvertreter vor gut zwei Monaten mit großer Mehrheit beschlossen hatten. Das Verhältnis zwischen Stadtvertretern und Bürgermeister ist schon seit Monaten zerrüttet, bei den Sitzungen gab es regelmäßig Auseinandersetzungen. Das Stadtparlament wirft Lange unter anderem eine schlechte Zusammenarbeit und mangelnde Fehlerkultur vor. Außerdem soll er Protokolle manipuliert und Gelder veruntreut haben - allerdings als Stadtvertreter vor seiner Amtszeit als Bürgermeister.

Aufsichtsbehörde sieht Vorwürfe nicht ausreichend belegt

Die Rechtsaufsichtsbehörde des Landkreises Rostock sieht dafür allerdings keine ausreichenden Beweise - und hat daher auch kein Disziplinarverfahren eingeleitet. Lange selbst spricht von verleumderischen Methoden und sagt, dass Behauptungen aufgestellt werden, für die Beweise und Begründungen fehlten.

Es soll so sachlich wie möglich weitergearbeitet werden

Bürgermeister und Stadtvertreter ziehen unterschiedliche Schlüsse aus der Abstimmung vom Sonntag. Lange sieht sich von den Bürgerinnen und Bürgern im Amt bestätigt und betont, er sei bereit, mit der Stadtvertretung weiter zusammenzuarbeiten. Grit Schmelzer von der Teterower SPD sagte, auch sie wolle so sachlich wie möglich weitermachen. Sie habe aber gehofft, dass die Abstimmung den Bürgermeister mehr wach rütteln würde.

 

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