Die Schattensilhouette eines heulenden Wolfes vor der untergehenden Sonne über einem See. © NDR Foto: Manfred Bergholz aus Waren-Müritz

Klöckner für gezielten Abschuss von Wölfen

Stand: 21.06.2021 16:26 Uhr

Die Diskussion um einen erleichterten Abschuss von Wölfen nimmt in Mecklenburg-Vorpommern Fahrt auf. Anlass ist der Vorschlag von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), einzelne Wölfe gezielt abzuschießen, wenn ein guter Erhaltungszustand erreicht ist.

Die CDU wolle sich mit den wachsenden Problemen zwischen Wolf und Nutztierhaltern nicht abfinden, sagte Klöckner. In einigen Bundesländern wie etwa Niedersachsen sei ein "guter Erhaltungszustand beim Wolf erreicht". Der steht auch im Wahlprogramm der Landes-CDU. Die Partei will den Wolf ins Jagdrecht aufnehmen und den Bestand regulieren. Eine Bestandsobergrenze müsse noch festgelegt werden.

Landesjagdverband spricht sich auch für regionalen Abschuss aus

Umweltminister Till Backhaus (SPD) sprach sich erneut gegen eine solche Obergrenze aus. Der Wolf sei durch EU-Recht streng geschützt. Ein guter Erhaltungszustand sei für ganz Deutschland derzeit nicht gegeben. Der Landesjagdverband spricht sich dagegen ebenfalls für einen regionalen Abschuss des Wolfes aus und würde es begrüßen, wenn sich der Bund für eine entsprechende Änderung der EU-Richtlinie einsetzt. Der Abschuss einzelner Wölfe ist mit dem Bundesnaturschutzgesetz schon jetzt möglich. In Niedersachsen sind bereits mehrere Wolfsabschüsse durch das Umweltministerium genehmigt worden - Gerichte hatten diese aber teils wieder gekippt.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 21.06.2021 | 13:00 Uhr

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