Stand: 19.11.2019 06:44 Uhr

Standpunkte: Meinungen aus deutschen Medien

Die Bundesregierung will die Funklöcher stopfen: Über eine Milliarde Euro soll in den Ausbau der Mobilfunknetze fließen, außerdem will die Große Koalition Planungsverfahren beschleunigen und eine Informationskampagne starten, die für mehr Akzeptanz in der Bevölkerung sorgen soll.

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hält besonders das Werben um den Mobilfunkmastkritiker für eine gute Idee:

"Politische Wünsche und Gegebenheiten gehen noch häufig aneinander vorbei. Wenn ein Mast nicht näher als vierzig Meter an einer Autobahn stehen darf, dann kann es dort unter Umständen Funklöcher geben. Und ob 5G an der Milchkanne ankommt, hängt auch davon ab, ob der Bauer das überhaupt will. Eine Informationskampagne ist deshalb nicht zu unterschätzen, weil die Angst vor Strahlung viel verbreiteter ist, als viele Städter vermuten mögen."

Auch die "Neue Osnabrücker Zeitung" schreibt:

"Eine Mitschuld an der Unterversorgung hat die Bevölkerung freilich selbst. Mobilfunk, ja bitte, aber doch keine Masten in meinem Vorgarten! Mit einer Kampagne will die Bundesregierung jetzt die Akzeptanz fördern. Solange der Aufbau der Infrastruktur durch Anwohner-Klagen verhindert wird, so lange wird es nichts mit 5G auf jedem Acker."

Der Kommentar der "ARD-Tagesthemen" meint ebenfalls, die Bürger müssten ihre Bedenken zurückstellen:

"Handyempfang ja bitte - aber den Funkmast vor der eigenen Tür? Nein, Danke! Da müssen wohl alle umdenken, sonst kommt der Netzausbau nicht weiter. Und mit dem neuen Mobilfunkstandart 5G schon gar nicht, denn dafür braucht man sehr viele Masten mit geringen Abständen. Netzabdeckung ist kein Luxus, sondern ein wesentlicher Bestandteil der Digitalisierung. Und sie muss schnell gelingen, damit das Land nicht noch weiter abgehängt wird."

Für die "Augsburger Allgemeine" zeigt der Kabinettsbeschluss die Verzweiflung der Regierung:

"Das Papier ist aus der Erkenntnis heraus entstanden, dass Deutschland ohne staatlichen Druck nie auf die angepeilten knapp 100 Prozent Versorgung kommen wird. Finanzminister Scholz formulierte es so: 'Die Vorstellung, dass das alleine geschieht, hat sich vermutlich bei den allermeisten verflüchtigt.' Ein mutiges Zeichen wäre gewesen, die Netzbetreiber, die über die Jahre am Mobilfunk prächtig verdient haben, an die ganz enge Leine zu nehmen."

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Nachrichten | 19.11.2019 | 06:27 Uhr

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