Stand: 04.08.2020 07:31 Uhr

Standpunkte: Meinungen aus deutschen Medien

In Hiroshima ist heute früh an den Atombombenabwurf vor 75 Jahren erinnert worden.

Aus Sicht der "Süddeutschen Zeitung" ist auch die gegenwärtige Realität finster: :

"Man muss kein strategisches Genie sein, um zu erkennen, was der Besitz von Atomwaffen in der Praxis wert sein kann: Der Atomwaffenstaat Russland darf das Nachbarland Ukraine filetieren, das seine Bomben abgegeben hat. Nordkoreas atomar bewaffneter Diktator Kim Jong-un schreibt sich mit US-Präsident Trump Liebesbriefe, während Irans noch nicht atomar bewaffnetes Regime unter dem Druck aus Washington ächzt. Welche Lehre sollen Despoten daraus ziehen, wenn nicht diese: Verschafft euch eine Atombombe, dann seid ihr sicher. Aber das ist die falsche Lehre. Die Wahrheit findet man in Hiroshima und Nagasaki zwischen den Gräbern."

Die "Rheinpfalz" aus Ludwigshafen warnt:

"Bereits ein technischer Defekt oder ein menschlicher Fehler könnten eine Kettenreaktion auslösen, die zu einem atomaren Armageddon führt. Derzeit schlittert die Welt in eine Ära der Unsicherheit, und in bestehende oder sich anbahnende Konflikte sind auch Nuklearmächte verwickelt. Dass die Welt jemals frei von Atomwaffen sein wird, ist eine Illusion. Zu viele Wissenschaftler wissen, wie man die Atombombe baut. Deshalb lautet 75 Jahre nach Hiroshima das Gebot: Die Atommächte sollten zumindest überprüfbar abrüsten."

Themenwechsel

Mehrere Bundesländer wollen Bußgelder für diejenigen verhängen, die in Bussen und Bahnen keine Maske tragen.

Die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" sieht das als Reaktion auf mangelnde Rücksichtnahme:

"In Hannover beklagt die Landesnahverkehrsgesellschaft, dass immer mehr Menschen in den Regionalzügen sich weigern, die vorgeschriebene Maske zu tragen. In der Bundeshauptstadt hat die Berliner Verkehrsgesellschaft in nur drei Wochen 30 000 Verstöße gegen die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen festgestellt. Sofortige Strafen sind damit die richtige Antwort."

Die "Neue Osnabrücker Zeitung" schreibt:

"Wer sich gleichgültig über die Maskenpflicht hinwegsetzt, handelt in höchstem Maße egoistisch, soll sie doch in erster Linie unsere Mitmenschen vor einer Ansteckung mit dem gefährlichen Coronavirus schützen. Viel zu lange hat das Land zugeschaut und die Sanktionen bei Masken-Verstößen vernachlässigt. Vom mahnenden Zeigefinger zu empfindlichen Bußgeldern zu kommen ist überfällig."

Der "Reutlinger General-Anzeiger" fragt sich, wie das Bußgeld eingetrieben werden soll:

"Regeln sind nur sinnvoll, wenn Nicht-Beachten auch tatsächlich sanktioniert wird. Busfahrer müssen aber Bus fahren, allenfalls noch Tickets verkaufen. Für das Verteilen oder gar Eintreiben von Bußgeldern sind sie nicht verantwortlich. Wenn alle Nicht-Masken-Träger in Bus und Bahn zur Verantwortung gezogen werden sollen, hätte das einen enormen Einsatz von Polizeikräften zur Folge. Was wiederum mit erheblichen Kosten verbunden wäre."

Dieses Thema im Programm:

NDR Info Spezial | Nachrichten | 04.08.2020 | 06:27 Uhr

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