Zwischen Hamburg und Haiti

Früher war mehr Offenheit... China 1987 und 2021

Sonntag, 22. August 2021, 09:34 bis 10:00 Uhr, NDR Info

Der Platz des Himmlischen Friedens (Tian'anmen) im Jahr 2015 - Menschen auf Fahrrädern fahren am Platz vorbei © Picture alliance / Prisma / Raga Jose Fuste Foto: Raga Jose Fuste

Von Dethard Fissen und Steffen Wurzel, ARD Studio Shanghai, Moderation: Juliane Eisenführ

Der Platz des Himmlischen Friedens (Tian'anmen) im Jahr 2015 - Menschen auf Fahrrädern fahren am Platz vorbei © Picture alliance / Prisma / Raga Jose Fuste Foto: Raga Jose Fuste
Menschen radeln an einem der bekanntesten Orte Pekings vorbei: am Platz des Himmlischen Friedens (Tian'anmen).

Dethard Fissen reiste 1987 für "Zwischen Hamburg und Haiti" in ein exotisches, für deutsche Touristen noch sehr fremdes Land. Die Peking-Oper, das Interesse junger Leute an westlicher Kultur, die uralte chinesische Kultur: Das alles faszinierte ihn -bei dem Bestreben, das riesige Land zu verstehen. Der Schwerpunkt der Reise von Dethard Fissen war Peking - heute meistens Beijing. Ihm erschien Vieles widersprüchlich. "Ein Land der jahrhundertelangen Isolation, in dem die Vergangenheit beschworen wird und Ansprüche an die politische Gegenwart formuliert werden. In dem man das Wesen des Sozialismus erkundet und gleichzeitig den Verlockungen der Privatwirtschaft nachgibt."

China ist noch heute nicht leicht zu erfassen

Das riesige China ist noch heute nicht leicht zu erfassen - bestätigt Steffen Wurzel, seit fünf Jahren ARD-Korrespondent in Shanghai. Doch wo Dethard Fissen 1987 Studierende kennen lernte, die an Demokratie interessiert und demonstrationswillig waren, hat sich die Lage inzwischen geändert.

Nachdem 1989 die Demonstrationen am Tian'anmen Platz blutig niedergeschlagen wurden ist der Widerstand gebrochen. Man hat sich generell arrangiert - und spricht möglichst wenig über die Vergangenheit. Nicht über die Studentenunruhen, nicht über Maos Kulturrevolution, die Hunderttausende das Leben gekostet hat.

China will modern - auch westlich sein

China will modern - auch westlich sein - schottet sich aber gleichzeitig wieder viel mehr ab als in den 80er-Jahren, bilanziert Steffen Wurzel im Gespräch mit Juliane Eisenführ. Geblieben sei allerdings der Stolz. Nach wie vor beschwöre man gerne die großartige Vergangenheit des alten China.

Der Kontrast zwischen der Reportage von 1987 und den Verhältnissen von heute ermöglicht eine faszinierende Zeitreise.

Musik in der Sendung

DJ Dimi: Liu xiang ni xin di de he (River to your soul)
Ensemble: Lake Kokonor (Komponist Wong, K. L. Jackson)
Ensemble: Shanghai cuisine (Komponist: Tam, Tony Chun Hung)

Weitere Informationen
Der Platz des Himmlischen Friedens (Tian'anmen) im Jahr 2015 - Menschen auf Fahrrädern fahren am Platz vorbei © Picture alliance / Prisma / Raga Jose Fuste Foto: Raga Jose Fuste
25 Min

Früher war mehr Offenheit … China 1987 und 2021

Dethard Fissen berichtete 1987 von jungen Leuten, die sich dem Westen öffneten. ARD-Korrespondent Steffen Wurzel erlebt es heute anders. 25 Min

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