Zeitzeichen

3. Oktober 1964

Donnerstag, 03. Oktober 2019, 19:05 bis 19:20 Uhr

Die Fertigstellung des Fluchttunnels "Tunnel 57" zwischen West- und Ostberlin
Ein Beitrag von Thomas Klug (WDR)

Der erste Spatenstich erfolgt im April 1964 in der Bernauer Straße 97. Hier, in einer angemieteten Bäckerei in West-Berlin, beginnt eine Gruppe erfahrener Fluchthelfer und Studenten, eine unterirdische Röhre zu graben: 12 Meter tief, 145 Meter lang soll sie unter der Mauer hindurch im Keller der Strelitzer Straße 55 enden.

Sie landen zwar versehentlich im Hof des Hauses in einem stillgelegten Toilettenhäuschen, dennoch kriechen von hier aus 57 Ost-Berliner am 3. und 4. Oktober 1964 durch den 80 cm hohen Schacht in den Westen. Bereits am zweiten Tag fliegt das Projekt auf. Ein inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit hat sich unter die Gruppe der Fluchtwilligen gemischt. DDR-Grenzsoldaten kommen hinzu, beim Schusswechsel wird Unteroffizier Egon Schultz, 21, tödlich getroffen. Die SED weiß das propagandistisch auszuschlachten, feiert Egon Schultz als Märtyrer und klagt einen der "West-Berliner Terroristen und Grenzverletzer" als Todesschützen und Mörder an. Erst nach der Wiedervereinigung wird öffentlich, was das DDR-Regime jahrzehntelang als Staatsgeheimnis hütet: Nicht der Flüchtlingshelfer Christian Zobel, sondern ein DDR-Grenzsoldat hat im Dunkeln die tödlichen Schüsse abgegeben. Der "Tunnel 57" gilt heute als der längste, tiefste und teuerste Fluchttunnel, der in Berlin gegraben wurde.

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