Weniger Arbeitslose als im Februar - aber viel mehr als vor einem Jahr

Stand: 31.03.2021 10:42 Uhr

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im März gegenüber Februar etwas zurückgegangen. Allerdings sind aktuell fast 500.000 mehr Menschen arbeitslos als vor einem Jahr. In Norddeutschland ist die Entwicklung ähnlich.

2,827 Millionen Menschen suchen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) derzeit bundesweit einen Job. Das sind rund 77.000 weniger als im Februar. BA-Chef Detlef Scheele erklärte, trotz der Frühjahrsbelebung zeige der deutsche Arbeitsmarkt weiter "sehr deutliche Spuren" der nun seit einem Jahr andauernden Krise durch die Corona-Pandemie. Das mache sich etwa bei der Kurzarbeit bemerkbar. In Norddeutschland entwickelten sich die Arbeitslosenzahlen ähnlich wie im Bund: Im Vergleich zum Februar sanken sie überall leicht - liegen aber deutlich höher als vor einem Jahr.

Niedersachsen: "Bisher keine größeren Entlassungen"

In Niedersachsen sank die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Februar um 7.778 auf 261.259. Die Quote ging leicht zurück auf 6,0 Prozent. "Darin zeigt sich vor allem die übliche Frühjahrsbelebung, die ohne Corona kräftiger ausfallen würde", sagte Johannes Pfeiffer, Chef der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit. Betriebe würden durchaus Personal einstellen, aber verhaltener als in normalen Jahren. "Erfreulich ist, dass es trotz der schwierigen Rahmenbedingungen bisher keine größeren Entlassungen gegeben hat." Gegenüber März 2020 ist die Arbeitslosigkeit in Niedersachsen aber deutlich gestiegen: Aktuell suchen 41.000 Menschen mehr einen neuen Job als im vergangenen Jahr.

Schleswig-Holstein: 15.800 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr

In Schleswig-Holstein sind aktuell 97.700 Menschen arbeitslos gemeldet - 15.800 mehr als vor einem Jahr. Gegenüber Februar 2021 sank die Zahl im März um 2.200. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 6,2 Prozent. "Der Rückgang im Vergleich zum Februar ist saisonal typisch. Allerdings ist die sogenannte Frühjahrsbelebung bedingt durch die Corona-Pandemie geringer ausgefallen als in den vergangenen Jahren", sagte Thomas Letixerant, stellvertretender Chef der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit.

Mecklenburg-Vorpommern: Quote um 1,2 Prozentpunkte höher als vor einem Jahr

Die Zahl der Arbeitslosen in Mecklenburg-Vorpommern sank von Februar auf März um 1.900 auf 69.800. Der für März saisonal typische Rückgang der Arbeitslosenzahlen sei Corona-bedingt in diesem Jahr schwächer ausgefallen als in den Vorjahren, sagte Letixerant. Verglichen mit März vor einem Jahr sind derzeit 10.100 Menschen mehr arbeitslos. Die Quote in MV liegt aktuell bei 8,5 Prozent, vor einem Jahr lag sie bei 7,3 Prozent.

Hamburg: 20.000 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr

In Hamburg sind im März 86.100 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet gewesen. Das sind fast 20.000 mehr als vor einem Jahr. Im Vergleich zum Februar 2021 sank der Wert leicht um 845. Für Hamburgs Arbeitsagenturchef Sönke Fock ist das angesichts des immer wieder verlängerten Lockdowns bemerkenswert. Fock betont die nun schon seit einem Jahr besondere Lage, in der Jobberatung größtenteils nur online oder am Telefon laufen kann. Trotz der massiv gestiegenen Arbeitslosigkeit durch die Pandemie waren bis Jahresbeginn immer noch mehr als eine Million Hamburgerinnen und Hamburger sozialversicherungspflichtig beschäftigt, allerdings liegt der Wert nur noch um 4.000 über der Millionenmarke.

 

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NDR Info | Aktuell | 31.03.2021 | 10:00 Uhr

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