Stand: 10.09.2018 16:22 Uhr

Vermisstes Kind: Vier Regeln für Eltern

Kommt ein Kind nicht aus der Schule oder vom Spielen nach Hause, sind Eltern natürlich in heller Aufregung. Aber wie genau sollen betroffene Eltern am besten vorgehen? Was hilft und was sollten sie lieber vermeiden? Diese vier Regeln helfen weiter.

1. Telefonieren Sie Freunde oder Eltern von Freunden ab

Auch Geschwister von Freunden oder Nachbarn könnten das Kind gesehen haben. Wichtig ist aber, dass Sie die Telefonleitung, die Ihr Kind am wahrscheinlichsten anrufen wird, freihalten. Auch die Leitung, auf der sich Polizei oder Krankenhäuser bei Ihnen melden könnten, sollte frei bleiben.

2. Rufen Sie die Polizei

Wählen Sie möglichst zügig die 110. Die Beamten entscheiden über das weitere Vorgehen und beurteilen die Dramatik der Situation anhand der Hinweise durch die Eltern, das Alter des Kindes und die Umstände des Verschwindens. "Zeigen Sie keine Scheu und hören Sie auf Ihr Bauchgefühl. Die Polizei wird den Fall schon einzuschätzen wissen", sagt Lars Bruhns von der Initiative Vermisste Kinder im Gespräch mit NDR.de

3. Suchen Sie die Umgebung ab

3. Holen Sie sich dabei Hilfe von Freunden und Verwandten. Mögliche Aufenthaltsorte des Kindes könnten der Schulweg sein, Lieblingsorte, Spielplätze, Treffpunkte von Gleichaltrigen und Freunden. Wichtig: Rufen Sie nicht nur den Namen Ihres Kindes, sondern sprechen Sie gezielt Passanten an und beschreiben Sie ihr Kind.

4. Posten Sie nicht in Panik auf Facebook

Wenn die Polizei informiert ist und Sie die wichtigsten Orte vergebens abgesucht haben, heißt es erst einmal warten. Die Ohnmacht der Eltern verleitet dann schnell dazu, in Panik Fotos und Details über das Kind zum Beispiel auf Facebook hochzuladen und eine öffentliche Suche zu starten. Experten raten jedoch dringend davon ab. "In den meisten Fällen werden die Kinder wiedergefunden und dann steht für immer der Name und ein Foto dazu im Internet. Lassen Sie sich lieber von der Polizei beraten", sagt Experte Bruhns. Wenn Eltern trotzdem die sozialen Netzwerke nutzen wollen, sollten sie am besten auf den Nachnamen des Kindes verzichten und nur in regionalen Gruppen anstatt aufder gesamten Plattform suchen. Außerdem sollten Sie nicht ihre eigene Telefnonnummer, sondern die Kontaktdaten der zuständigen Polizeidienststelle angeben.

Fast alle Fälle werden aufgeklärt

Übrigens: Wenn in Deutschland ein Kind vermisst wird, sind Medienecho und Betroffenheit in der Bevölkerung groß. So kann der Eindruck entstehen, dass viele Kinder vermisst und nicht wieder gefunden werden. Die Fakten sprechen aber eine andere Sprache, denn die Aufklärungsquote von Vermisstenfällen liegt laut Bundeskriminalamt bei nahezu hundert Prozent. Die 8.234 Fälle der im Jahr 2017 als vermisst registrierten Kinder konnten zu 95,8 Prozent (7.886 Fälle) geklärt werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 10.09.2018 | 16:00 Uhr

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