Das ehemals byzantinische Kirche Hagia Sophia mit Kuppeldächern und Türmen in Istanbul. © dpa picture alliance Foto: Muhammed Enes Yildirim

Re-Islamisierung der Hagia Sophia - Weltkulturerbe als politischer Spielball

Sendung: NDR Info Hintergrund | 11.01.2021 | 20:35 Uhr | von Thomas Bormann - Karin Senz 24 Min | Verfügbar bis 11.01.2022

Die Hagia Sophia symbolisiert den Kampf der Religionen. 1000 Jahre wurde sie als Kirche genutzt - seit Sommer 2020 auf Anordnung Erdogans als Moschee.

Die Hagia Sophia gehört als Weltkulturerbe zu den touristischen Hotspots von Istanbul. Auf dem europäischen Teil Istanbuls gelegen hat die Hagia Sophia eine äußerst wechselvolle Geschichte hinter sich. Eine Geschichte, die auch den Kampf um die Vorherrschaft des Glaubens in der Region widerspiegelt.

Knapp 1000 Jahre galt die Hagia Sophia als die prächtigste Kirche des christlichen Ostens. Mit der osmanischen Eroberung Konstantinopels - dem heutigen Istanbul - wurde sie 1453 zur Moschee, 1935 zum Museum. Im Sommer 2020 ordnete der türkische Präsident Erdogan dann an, dass die Hagia Sophia wieder als Moschee genutzt werden soll. Das oberste türkische Verwaltungsgericht hatte dafür die rechtliche Grundlage geschaffen. Die Hagia Sophia ist nicht die einzige ehemalige byzantinische Kirche, die wieder als Moschee dient: Türkisch-islamistische Kräfte feiern dies als Stärke des Islams – orthodoxe Christen empören sich laut.

Die Shownotes:

Pro und Contra auf NDR Kultur
https://www.ndr.de/ndrkultur/sendungen/freitagsforum/Pro-und-Contra-Hagia-Sophia-wird-wieder-Moschee,hagiasophia104.html

Sehenswürdigkeit Hagia Sophia
https://istanbul-tourist-information.com/sehenswuerdigkeiten/museum/hagia-sophia-die-heilige-weisheit-istanbuls/

Präsident Erdogan vor der Hagia Sophia in Istanbul. © dpa picture alliance Foto: Emrah Yorulmaz

Die Re-Islamisierung der Hagia Sophia

Auf Anordnung des türkischen Präsidenten Erdogan wird die ehemals byzantinische Kirche in Istanbul wieder als Moschee genutzt. mehr